Einmal ohne, bitte

Schon mal versucht plastikfrei einzukaufen? Schon mal einen Kaffee im eigenen Becher geholt? Hast du dich sogar schon mal getraut einen Schritt weiter zu gehen und zur Käsetheke deine eigene Box mitzubringen?

Falls nein, trau dich endlich! Falls ja, hoffe ich, dass du nicht abgewiesen wurdest… Auch wenn immer mehr Unternehmen nachhaltige Optionen anbieten, sind einige nachwievor verunsichert, ob sie mitgebrachte Behälter annehmen, anfassen und hinter die Theke nehmen dürfen. Darum, weil sie das Eigengewicht der Box nicht abziehen können oder aus reinem Unverständnis nehmen manche die eigene Box/den Becher/den Teller/den Beutel bisher nicht an.

Das soll sich ändern!

Einmal ohne, bitte

Einmal ohne, bitte“ ist eine Initiative des gemeinnützigen Münchner Vereins rehab republic e.V. Dieses offene Kreativ-Kollektiv fördert das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung und sucht dabei nach Lebensentwürfen, in denen die Menschen bei einem geringeren Energie- und Ressourcenverbrauch glücklich und zufrieden sind. Um seinen Zielen näher zu kommen, verbreitet und unterstützt rehab republic e.V. Ideen, Projekte und Menschen, veranstaltet Schnibbelparties, designt Postkarten und tanzt durch die Stadt. „Einmal ohne, bitte“ entspringt dieser Initiative und hat sich die Vermeidung von Verpackungsmüll bei Einkauf und Take-Away zum Ziel gesetzt. Es werden Geschäfte und Lokale sichtbar gemacht, in denen Kund*innen Backwaren, Käse, Wurst und andere Lebensmittel ohne produkteigene Verpackung erwerben können. Im Fokus des Projekts steht ein Sticker mit dem Schriftzug „Einmal ohne, bitte„, der – an Theken und Schaufenstern angebracht – Geschäfte und Lokale kennzeichnet, in denen Waren unverpackt angeboten werden. Diese Waren können vom Kunden in eigene mitgebrachte Behältnisse gefüllt werden.

Ich durfte den Sticker am Senfstandl von Münchner Kindl am Viktualienmarkt anbringen. Hinter mir steht Irene, die sich um den Verkauf im Stand kümmert.

Am Donnerstag, 14. Februar 2019, fand am Viktualienmarkt die Kick-off Veranstaltung im Beisein von Presse und Bloggern statt. Einer der ersten Sticker wurde unter anderem beim Münchner Kindl Senfstandl angebracht. Hier kann Mittelscharfer Senf in ein mitgebrachtes Glas abgefüllt werden. Das funktioniert hier so: Du bringst dein sauberes Glas mit. Das Eigengewicht vom Glas wird an der Waage auf Null gestellt. Du zapfst daraufhin den Senf in dein Glas. Abschließend wird an der Waage nur das Gewicht des Inhalts aufgenommen und du zahlst grammgenau nur deinen frischen Senf.

Mehrweg statt Einweg

Durch diese kleine Handlung lässt sich das Glas einsparen, dass zwar gut recycelbar ist, allerdings einen hohen Energieaufwand für Herstellung, Reinigung, Transport und Recycling braucht. Durch die Vermeidung der produkteigenen Verpackung wird nicht nur am Glas gespart. Du trägst hierdurch auch dazu bei, dass weniger Gläser hergestellt, geliefert und transportiert werden müssen. Lange Transportwege werden vermieden. Auch volle Glascontainer, die das Stadtbild stören können. Schließlich wird das energieaufwendige Recycling des Glases erst nötig, wenn das mehrfach verwendete Glas dir irgendwann versehentlich zu Bruch gehen sollte. Gleiches gilt natürlich auch für Papier und Plastik.

Durch die Reduzierung von Glas-, Papier- und Plastikmüll tragen wir alle dazu bei, unseren wertvollen Lebensraum zu erhalten und die Lebensqualität nachfolgender Generationen zu erhöhen.

Kooperationspartner werden

Auf der Homepage von Einmal ohne, bitte findest du eine wachsende Anzahl teilnehmender Kooperationspartner nicht nur in einer Liste, sondern auch in einer hilfreichen Karte.

Foto: Einmal ohne, bitte

Wenn du einen Laden kennst, der Waren in mitgebrachte Behälter füllt, schick ihm diesen Beitrag und weise ihn damit auf „Einmal ohne, bitte“ hin.

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