Echte Kamille erkennen und ernten

Im Juni blüht auf vielen eher kargen Wiesen Kamille. Als ich letztes Jahr über die Theresienwiese geradelt bin, wo in München jährlich im Herbst das Oktoberfest stattfindet, war ich total überrascht von dem intensiven Duft der dort blühenden Kamille. Die Blüten habe ich mir näher angeschaut und beschlossen am Tag drauf mit einem großen Glas wieder zu kommen und welche zu pflücken.

Foto: Dominik Benz

Merkmale der echten Kamille

Es gibt Pflanzen, die der echten Kamille ähnlich sehen. Eine genaue Betrachtung ist also wichtig, wenn du sicher gehen willst, dass es sich um die Heilpflanze handelt.

  • Weiße Blüte
  • Typischer aromatischer und kräftiger Kamillenduft
  • Blütezeit etwa Mai bis September
  • bis etwa 50 cm hoch oder kleiner
  • Reich verzweigte Stängel
  • Zum Ende der Blüte hängen die weißen Zungenblüten nach unten
  • Der Blütenboden ist bei der Echten Kamille kegelförmig nach oben gewölbt (und nicht glatt und rund)
  • Meist an einem kargen Standort in der vollen Sonne

Ernte der Kamille

Kamille kannst du per Hand ernten und benötigst kein Werkzeug dafür.

Gepflückt wird sie, wenn sie voll aufgeblüht ist, dann ist der Gehalt an ötherischem Öl am höchsten. Pflücke bestenfalls Mittag an einem trockenen und warmen Tag wenn die Blüte voll geöffnet ist.

Brauchst nicht zaghaft auswählen: Es bilden sich immer neue Blütenköpfe und je mehr abgeschnitten wird, desto mehr kommt nach.

Kamille trocknen und lagern

Gerade wenn du Kamille nicht im eigenen Garten pflückst, sondern auf einer Wiese, empfehle ich dir die Blüten gleich mit klarem Wasser zu waschen. Schüttle sie anschließend vorsichtig aus.

Spätestens wenige Stunden nach dem Pflücken solltest du mit dem Trocknen beginnen. Lege sie dafür auf ein mit Zeitungspapier ausgelegten Backblech oder Tablett locker (nicht übereinander) aus und lege sie an einen warmen Platz. Wenn der Ort nicht windstill ist, solltest du ein feines Netz drüber legen. Je nach Menge und Witterung sind die Blüten nach ein bis zwei Tagen trocken. Prüfe, ob noch Feuchtigkeit im Blütenboden ist. Wenn alles ordentlich trocken ist, kannst du deine Kamille in ein luftdicht verschlossenes Gefäß geben und dunkel lagern.

Kamille verwenden

Die Echte Kamille mische ich in meine selbstgemachten Kräutertees oder trinke puren Kamillentee bei Erkältungen oder Halsschmerzen. Bei schnupfen inhaliere ich mische dafür Kamille mit Salbeiblättern. Manche verarbreiten die Blüten zu Tinkturen und Cremes, für Haarspülungen für blondes Haar und zur Seifenherstellung. Ich gebe auch gerne ein paar Blüten in die Badewanne oder verschenke Badesalz mit getrockneten Blüten.

Wie immer bei selbstgemachter Kosmetik ist Vorsicht geboten und auf Allergien zu achten. Die Linderung von Symptomen mit Heilpflanzen ersetzt keinen Arztbesuch. Geh zum (Haut-)Arzt, wenn du krank bist!

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Pinne diesen Beitrag, um ihn jedes Jahr zur Kamillenblüte wieder zu finden:

Green Vibes Podcast: Nachhaltig feiern – So feierst du im grünen Bereich

Für den Green Vibes Podcast hat Vanessa mich eingeladen mit ihr eine Folge aufzunehmen. Da wir beide Entertainment und Musik mögen, sind wir während der Vorbesprechung auf die Themen Feiern und Festival gekommen. Also haben wir beschlossen darüber dann auch unsere Podcast Folge zu machen.

Den Green Vibes Podcast gibt’s auf iTunes, Spotify und Deezer.

Hier kannst du dir die gesamte Folge anhören:

Hole dir hier meine Zero Waste Festival Packliste:

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Wasser ist der Lebensschnaps

Mehr als die Hälfte unseres Körpers besteht aus Wasser. Wir brauchen es, um zu funktionieren.

Gesundheit kommt von innen und Wasser ist die Basis. Trockene Lippen lassen sich nicht mit Lippenpflege alleine retten, nein, es du musst vor allem viel trinken. Zu wenig Wasser im Körper äußert sich beispielsweise auch durch Kopfweh und schlechte Haut.

Wasser regt unseren Körper an und belebt den Geist. Ohne können wir keine Energie freisetzen und fit fühlen wir uns bei Wassermangel nicht. Schlüsselwort: trinken!

Wichtig ist, auch woraus wir trinken!

Um jederzeit genügend Wasser dabei zu haben, trage ich immer eine Wasserflasche mit mir. Diese fülle ich unterwegs mit Leitungswasser auf.

Wichtig ist mir, dass ich auch weiß woraus ich trinke. Denn ich möchte keine gesundheitsschädlichen Stoffe im Kontakt mit meinem Wasser haben.

Darum verwende ich Glasflaschen. Die sind zwar schwerer als Plastikflaschen aber das ist es mir wert. Aus diesem Grund habe ich meist eine 500ml Flasche dabei, die wiegt weniger und passt unterwegs gut unter normale Wasserhähne. Wenn ich weiß, dass ich länger unterwegs bin, beispielsweise Wandern, dann darf es auch mal die größere Flasche sein.

Problematik mit Mineralwasser in Plastikflaschen

Mineralwasser aus Plastikflaschen beinhalten Pestizide, Mikroplastik und hormonell wirksame Stoffe. Da sitzen sogar Toxikologen dran und erforschen die Auswirkung.

Wasser wird sonst wo in Flaschen abgefüllt und auch wenn das Etikett mit „frisch von der Quelle“ wirbt, heißt das nicht, dass es gleich am kommenden Tag bei dir im Getränkemarkt steht. Erstmal wird es gelagert, dann verpackt, dann transportiert, dann wahrscheinlich nochmal transportiert, dann irgendwo wieder gelagert. Steht dann rum bis du es kaufst, schleppst, transportierst schleppst, lagerst und dann irgendwann trinkst. Dabei ist die Flasche immer wieder Temperaturschwankungen ausgesetzt, wodurch Wasser und Plastik verstärkt miteinander reagieren.

Leitungswasser in Deutschland

Hingegen ist Leitungswasser in Deutschland das am strengsten kontrollierte Wasser. Und es kommt direkt aus dem Hahn und keine Schlepperei nötig. Das Leitungswasser ist 1000- bis 5000-mal günstiger, muss nicht verpackt, mit hohem Energieaufwand abgefüllt und transportiert werden und verursacht keinen Plastikmüll.

Für dieses Wasser brauchst du auch keine neue Flasche kaufen. Wenn du eine leere Glasflasche zuhause hast, ein Bügelbierflasche, irgendeine noch aus der Schulzeit, egal eigentlich, dann verwende einfach die. Es muss nicht immer was Neues sein.

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Pin it:

Einmal ohne, bitte

Schon mal versucht plastikfrei einzukaufen? Schon mal einen Kaffee im eigenen Becher geholt? Hast du dich sogar schon mal getraut einen Schritt weiter zu gehen und zur Käsetheke deine eigene Box mitzubringen?

Falls nein, trau dich endlich! Falls ja, hoffe ich, dass du nicht abgewiesen wurdest… Auch wenn immer mehr Unternehmen nachhaltige Optionen anbieten, sind einige nachwievor verunsichert, ob sie mitgebrachte Behälter annehmen, anfassen und hinter die Theke nehmen dürfen. Darum, weil sie das Eigengewicht der Box nicht abziehen können oder aus reinem Unverständnis nehmen manche die eigene Box/den Becher/den Teller/den Beutel bisher nicht an.

Das soll sich ändern!

Einmal ohne, bitte

Einmal ohne, bitte“ ist eine Initiative des gemeinnützigen Münchner Vereins rehab republic e.V. Dieses offene Kreativ-Kollektiv fördert das Bewusstsein für eine nachhaltige Entwicklung und sucht dabei nach Lebensentwürfen, in denen die Menschen bei einem geringeren Energie- und Ressourcenverbrauch glücklich und zufrieden sind. Um seinen Zielen näher zu kommen, verbreitet und unterstützt rehab republic e.V. Ideen, Projekte und Menschen, veranstaltet Schnibbelparties, designt Postkarten und tanzt durch die Stadt. „Einmal ohne, bitte“ entspringt dieser Initiative und hat sich die Vermeidung von Verpackungsmüll bei Einkauf und Take-Away zum Ziel gesetzt. Es werden Geschäfte und Lokale sichtbar gemacht, in denen Kund*innen Backwaren, Käse, Wurst und andere Lebensmittel ohne produkteigene Verpackung erwerben können. Im Fokus des Projekts steht ein Sticker mit dem Schriftzug „Einmal ohne, bitte„, der – an Theken und Schaufenstern angebracht – Geschäfte und Lokale kennzeichnet, in denen Waren unverpackt angeboten werden. Diese Waren können vom Kunden in eigene mitgebrachte Behältnisse gefüllt werden.

Ich durfte den Sticker am Senfstandl von Münchner Kindl am Viktualienmarkt anbringen. Hinter mir steht Irene, die sich um den Verkauf im Stand kümmert.

Am Donnerstag, 14. Februar 2019, fand am Viktualienmarkt die Kick-off Veranstaltung im Beisein von Presse und Bloggern statt. Einer der ersten Sticker wurde unter anderem beim Münchner Kindl Senfstandl angebracht. Hier kann Mittelscharfer Senf in ein mitgebrachtes Glas abgefüllt werden. Das funktioniert hier so: Du bringst dein sauberes Glas mit. Das Eigengewicht vom Glas wird an der Waage auf Null gestellt. Du zapfst daraufhin den Senf in dein Glas. Abschließend wird an der Waage nur das Gewicht des Inhalts aufgenommen und du zahlst grammgenau nur deinen frischen Senf.

Mehrweg statt Einweg

Durch diese kleine Handlung lässt sich das Glas einsparen, dass zwar gut recycelbar ist, allerdings einen hohen Energieaufwand für Herstellung, Reinigung, Transport und Recycling braucht. Durch die Vermeidung der produkteigenen Verpackung wird nicht nur am Glas gespart. Du trägst hierdurch auch dazu bei, dass weniger Gläser hergestellt, geliefert und transportiert werden müssen. Lange Transportwege werden vermieden. Auch volle Glascontainer, die das Stadtbild stören können. Schließlich wird das energieaufwendige Recycling des Glases erst nötig, wenn das mehrfach verwendete Glas dir irgendwann versehentlich zu Bruch gehen sollte. Gleiches gilt natürlich auch für Papier und Plastik.

Durch die Reduzierung von Glas-, Papier- und Plastikmüll tragen wir alle dazu bei, unseren wertvollen Lebensraum zu erhalten und die Lebensqualität nachfolgender Generationen zu erhöhen.

Kooperationspartner werden

Auf der Homepage von Einmal ohne, bitte findest du eine wachsende Anzahl teilnehmender Kooperationspartner nicht nur in einer Liste, sondern auch in einer hilfreichen Karte.

Foto: Einmal ohne, bitte

Wenn du einen Laden kennst, der Waren in mitgebrachte Behälter füllt, schick ihm diesen Beitrag und weise ihn damit auf „Einmal ohne, bitte“ hin.

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Bienenwachstücher selber machen

Es gibt wenig, was so einfach ist, wie die Herstellung von Bienenwachstüchern.

Du brauchst:

  • Tücher beliebiger Größe aus Naturfasern (Baumwolle, Leinen, Hanf, Hauptsache ohne Kunstfasern wie Polyester oder Elasthan)
  • Bienenwachs
  • Bügeleisen
  • Eine Unterlage, auf der gebügelt werden kann
  • 2 Blätter Backpapier

Anleitung:

Schneide dein Tuch auf die gewünschte Größe zurecht.

Lege ein Blatt Backpapier auf deine Bügelunterlage und lege das Tuch darauf.

Darauf gibst du jetzt einige Bienenwachsraspel und bedeckst das Tuch wieder mit einem Blatt Backpapier.

Stelle das Bügeleisen auf niedrige Temperatur und gleite vorsichtig über das Tuch. Das Wachs schmilzt und solle nicht zwischen den Backpapierblättern auf deine Unterlage auslaufen, sondern in das Tuch einsickern. So wird das Tuch mit Wachs imprägniert.

Wenn das Tuch nicht überall mit Wachs voll gesogen ist, gib erneut ein paar Wachsflocken auf die trocknen Stellen und bügle kurz drüber.

Wenn das ganze Tuch imprägniert ist, lass das Wachs kurz aushärten und ziehe dann das Tuch vom Backpapier ab.

Das Bienenwachstuch kann nun verwendet werden.

Bei Bedarf unter lauwarmen Wasser mit etwas Spülmittel reinigen.

Nicht in die Waschmaschine geben!

Sollte sich das Tuch an den Knickstellen mit der Zeit abnutzen, kannst du einfach wieder zwischen Backpapierblättern drüber bügeln und das Wachs verteilt sich wieder gleichmäßig im Tuch.

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Pin it:

Dieser Münchner verbannt den Wegwerfbecher

Diesen Sommer habe ich ich mich mit angehenden Journalistinnen getroffen, die an der katholischen Journalistenschule ausgebildet werden. Im Rahmen der Aus- und Weiterbildungskurse werden auch Videos gedreht und drei junge Journalistinnen haben sich dem Thema Einweg-Becher gewidmet.
Wir waren bei DELI STAR in München, denn der Betreiber Andreas Berndl hat den Wegwerf-Einwegbecher aus seinem Sortiment verbannt.

[Unbezahlte und unbeauftragte Werbung//Markennennung]

Weiterlesen auf Auf die Hand:

 

Subkultur Open Air 2018

Werbung in eigener Sache: Mit Freunden engagiere ich mich bei SUBKULTUR e.V., eine Musikinitiative, die sich für die Belange von Musikern und Musikinteressierten einsetzt.
Jedes Jahr organisieren wir das zweitägigeSubkultur Open Air. Das findet diesen Freitag und Samstag, 27./28. Juli, statt.
😍
Selbstverständlich versuchen wir die Veranstaltung möglichst umweltfreundlich umzusetzen und haben in den letzten Jahren immer mehr Nachhaltigkeitskonzepte integriert. Auch dieses Jahr setzen wir neue Ideen um.
😍
Auf welche Probleme und Ressourcenverschwendungen stößt du bei Veranstaltungen, sei es besuchte oder selbstorganisierte?

Derzeit schreibe ich einen Beitrag mit Tipps für umweltfreundlichere Veranstaltungen und werde da gerne auch Fragen beantworten und eventuell Lösungen vorschlagen, falls ich welche kenne.

10 Tipps für ein zero waste Festival Besuch

Endlich wieder Festival-Saison! Wenn nur aber nicht immer der Müll wäre…

Da ich selber kleine Festivals veranstaltet habe, weiß ich leider zu gut, wie unverschämt viel Müll anfällt. Auf Veranstalter-Seite können mit einem guten Team einige Nachhaltigkeitskonzepte umgesetzt werden. Doch das nützt alles nichts, wenn die Gäste mit Einwegverpackungen, Plastikbesteck und unnützem Zeug nur so um sich werfen.

In diesem Zero Waste Festival Ratgeber gebe ich dir 10 Tipps, wie du als Gast deinen Müll auf Festivals reduzieren kannst. Außerdem erhältst du von mir für deine Vorbereitung hier eine kostenlose Zero Waste Festival Packliste.

Teile mit deinen Freunden meine 14 Tage #zerowastefestivalchallenge und bereitet euch gemeinsam für euer Festival ohne Müll vor!

1. Anreise und zero waste Camping am Festival

festival mein zelt
Habe mir den Mehrweg-Grill von einem Kollegen geliehen, Zelt und Tisch sind von einem Kumpel, Wasserkanister hat ein anderer mitgebracht. Bierdosen haben wir für Pfand in einem extra Sack vollständig zurück gebracht. In die Plastikflaschen hatten wir daheim schon Alkohol umgefüllt. Die Plastikgabel ist nicht von uns.

Nimm nur mit, was du auch wieder problemlos mit heim nehmen kannst. Manche lassen ganze Wohnzimmereinrichtungen nach dem Festival stehen und stellen sich somit einfach nur als Idioten bloß!

Fahrgemeinschaften bilden oder öffentlich Hinfahren

Bildet für die Anreise Fahrgemeinschaften. Nutzt wenn möglich die öffentlichen Verkehrsmittel. Viele Festivals bieten einen kostenlosen Shuttle-Service vom Bahnhof zum Festivalgelände an.

Was packe ich für ein Zero Waste Festival?

Hole dir hier meine kostenlose Zero Waste Festival Packliste!

Teilt euch auf, wer was mitbringt.

Bevor du dir neue Campingausrüstung kaufst, frag doch lieber in deinem Freundeskreis rum, wer was von der Packliste mitbringt. Ihr könnt eure Gruppe auf die Anzahl der verfügbaren Schlafplätze in den Zelten aufteilen. Falls ein Zelt fehlt, kannst du bei anderen Freunden fragen, ob sie dir ein Zelt leihen oder du kannst gucken, ob du ein gebrauchtes findest. So auch bei der restlichen Ausrüstung, Solarlampion, Campingstuhl, Luftmatratze, Luftpumpe, Pavillon usw.

2. Essen und Trinken auf deinem Zero Waste Festival

festival mein tisch
Brot im Jutebeutel, Mehrweggeschirr aus Edelstahl, loser Tee, Thermobecher, selbstgemachter Aufstrich in Mehrweg-Box, loses Gemüse und Obst. Keiner von uns hatte Einweggeschirr dabei.

Achte auf das mögliche Glasverbot. Manche Festivals lassen nicht mal auf dem Campinggelände Glas zu. Getränke, Aufstriche usw. müsstest du eventuell zuhause schon in Plastik- oder Edelstahl-Behälter umfüllen.

Einkaufszettel

Plane wie bei einer normalen Woche auch deinen Einkaufszettel für deine Ernährung vorab. Nicht nur kannst du vorher unverpackt einkaufen, du musst auch bedenken, ob dieses Lebensmittel ein paar Tage ungekühlt frisch bleibt und wie du es beim Campen zubereitest. Es muss dafür kein Dosenessen sein. Beispielsweise: Aufgeschnittenes Brot im Jutebeutel, Aufstriche in Mehrweg-Behältern, Müsli mit selbstgemachter Pflanzenmilch, Couscous mit frischem Gemüse (Gurke, Tomaten), Nudeln mit Sauce oder Pesto, Buchstabensuppe mit selbst gemachtem Gemüsebrühebatz ist auch super. „Tütensuppe“ kannst du dir auch zuhause schon vorbereiten. Zum Snacken und für den Kreislauf sind Obst und Nüsse toll.

Zero Waste Rezeptideen fürs Festival

Zuhause bereite ich vor dem Festival noch „Tütensuppe“ und ungekühlt haltbare Aufstriche vor. Einfache Gerichte wie Nudeln mit Tomatensauce oder mit Pesto, Couscous mit frischem Genmüse und ähnliches kannst du dir auf dem Festival kochen.

Müllfrei Essen beim Foodtruck auf dem Festival

Auf dem Gelände gibt es oft Foodtrucks. Besonders hier kann leicht viel Müll entstehen. Anstatt sich die Pommes, Burger, Smoothies und Co. auf einem Plastik- oder Pappteller/-becher aushändigen zu lassen, kannst du deine eigenen Behälter mitnehmen. So manch einer wird jetzt sagen „Ist ja voll unpraktisch. Dann hab ich ja immer was zum rumschleppen…“ Da ich aber sowie einen Turnbeutel auf dem Rücken mit einem Pulli, der einer kleinen Wasserflasche zum Auffüllen, bisschen Klopapier und Desinfektionsspray und so Zeug dabei habe, kann ich da auch noch eine kleine leere Box mitnehmen.

Campingplatz Getränke auf einem Zero Waste Festival

Getränke für das Campinggelände kannst du in Pfandflaschen, im Schlauch und in Pfanddosen mitnehmen. Hauptsache Mehrweg statt Einweg. Eine größere Wasserflasche oder ein Kanister zum Auffüllen ist sehr praktisch und der Weg zur Wasserstation mit Freunden gesellig. Eine kleine Plastikwasserflasche zum Auffüllen auf dem Festivalgelände sollte unbedingt mit, besonders bei heißem Wetter.

Getränke im Festivalgelände

Um auf dem Festivalgelände beim Getränkekauf keinen Müll zu produzieren, nehme ich mir einen wiederverwendbaren Becher von zuhause mit. Achte darauf, dass er 500ml fassen kann und nicht aus Glas ist, denn das ist vor den Bühnen meist verboten. Bewährt haben sich wiederverwendbare Becher aus Edelstahl, BPA-freiem Plastik oder Trinkhörner.

Kompostabfälle entsorgen

Kompostabfälle kannst du in einem Behälter aufbewahren und am Ende des Festivals wieder mit Heim nehmen oder vor Ort etwas abseits des Geländes verbuddeln, falls das Festival keine Komposteimer aufgestellt hat.

3. Zero Waste Hygiene auf einem Festival

Für manche Menschen auf Festivals total egal, für andere nicht. Falls auch du zu den reinlichen Wesen gehörst, nimm dir feste Seife (auch zum Abspühlen geeignet) und Zahnputztabletten mit. Pflaster, Kondome und Medikamente sind zwar nicht zero waste aber als Notfallapotheke auf einem Festival definitiv sehr nützlich! Mückenspray und Desinfektionsspray kannst du dir vorab ganz einfach selber machen. Und falls die Dixi-Klos der totale Graus sind: Urinella/Pipilotta, Pipihilfen für Frauen, sind ultra praktisch, wenn du da nicht in die hocke gehen willst und sie sind vor allem wiederverwendbar. Einfach kurz ausspülen und in zurück in das atmungsaktive Säckchen stecken.

4. Kleidung

Oft genug meint man es mit dem Stylefaktor viel zu gut und zieht auf dem Festival dann doch jeden Tag das Selbe an.

Für drei Tage Festival reichen als Basics: eine lange Hose, ein Kleid/Shorts, zwei Shirts, dazu ein langärmliges, eine Leggings, paar Socken, dicke Socken, Unterwäsche. Je nach Wettervorhersage Regenjacke, Gummistiefel, Bikini/Badehose, offene Sandalen für den Zeltplatz, Sonnenhut/Cap. Auf jeden Fall solltest du bei egal welchem Wetter geschlossene Schuhe für das Festivalgelände dabei haben, damit dir im Gedränge vor der Bühne niemand aus Versehen den Zehennagel abreißt. Das heilt auf einem matschigen Festival nicht gut…

Oder du nimmst statt Klamotten nur eine witzige Verkleidung mit und trägst die einfach konsequent 24/7…

Kleidung packt jeder anders. Auf meiner kostenlosen Zero Waste Festival Packliste kannst du dir in den leeren Kästchen dazu schreiben, was du an Klamotten einpacken willst.

5. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt: nun zu Glitzer und Deko

screenshot_169
Es gibt biologisch abbaubares Glitzer.

Wusstest du, dass es sich bei Glitzer um Mikroplastik handelt? Irgendwie ist das ja klar, bewusst ist das den meisten allerdings nicht. Es gibt aber auch biologisch abbaubaren Glitzer aus Zellulose.

Auch bei der Deko, die sich viele aufhängen, muss es nicht die Einweg-Plastik-Kacke sein, die die Festivalbetreiber dann mühsam wieder aus der zertretenen Erde ziehen müssen. Wie wäre es mit einer selbstgenähten Wimpelgirlande und Solarlampions, die du wieder mit Heim nimmst?

6. Sex, Drugs, Rock’n’Roll

screenshot_170
Screenshot der Ecosia-Bildersuche bei „Taschenascher“

Sex

Schütze sich beim Geschlechtsverkehr mit Kondomen. Die machen zwar Müll aber weitaus weniger als eine ungewollte Schwangerschaft oder Geschlechtskrankheiten.

Drugs

Tabakkonsum kann – egal was die Packung verspricht – nicht öko sein. Wer dennoch raucht und auf seine Gesundheit scheißt, bitte sehr, aber der soll unbedingt (und das gilt nicht nur für Festivals) einen Taschenascher dabei haben und den auch benutzen. Nicht nur brauchen Zigarettenstummel ewig bis sie zerfallen, sie sind aufgrund der Chemikalien und erst recht nach dem Rauchen extrem giftig und verseuchen den Boden. Meist werden die Festival-Flächen den Rest des Jahres landwirtschaftlich genutzt und durch Zigarettenstummel und Mikroplastik (durch zerbröselte Zelte, Glitzer, kaputte Plastikgabeln, usw.) verseuchst du dadurch die Äcker und das Grundwasser von denen wir uns ernähren. Ist nicht geil. Bereits ein Zigarettenstummel pro Liter Wasser reicht aus, um die Hälfte der darin schwimmenden Fische zu töten (Studie von Novotny). Gleiches gilt übrigens auch für den Papiertip.

Rock’n’Roll

Selbst der härteste Festivalgänger muss irgendwann schlafen. Und viele nutzen Ohrstöpsel, die man einmal und bestenfalls ein paar Male am Stück nutzen kann. Anstatt die Einwegprodukte zu benutzen, lohnt es sich in mehrfach verwendbare Alternativen zu investieren. Beispielsweise gibt es Stöpsel aus Wachs, die nachts den Lärm von den anderen Zelten abschirmt. Wenn du allerdings einen Gehörschutz vor der Bühne brauchst, gibt es hierfür auch wiederverwendbare Alternativen, die du vor allem auch reinigen kannst: Ich habe mir vor ein paar Jahren diesen Gehörschutz von Senner geholt (keine bezahlte Werbung, einfach eine Empfehlung, weil ich mir den selber gekauft habe und weiterempfehle.)

7. Handy aufladen

screenshot_171
Nimm eine Solar-Powerbank mit.

Sehr nützlich ist immer meine Solar Powerbank. Damit lade ich wenn nötig das Handy und die Bluetooth-Musikbox.

Cleverster Festival Hack für’s Handy: Festival-Sperrbildschirm

Ich richte mir am Handy immer einen Festival-Sperrbildschirm ein:

Dieses Handy gehört Name einfügen. Falls du es findest, sei bitte kein Arsch, sondern ruf meinen Kumpel XY unter der Telefonnummer XYZ an damit wir uns für die Übergabe treffen können! Finderlohn wird in Bier ausgezahlt. <3

Text in der Notizfunktion eingeben und screenshotten, das Bild als Sperrbild einstellen.

Ich screenshotte auch die Timetable und den Geländeplan. Dann brauch ich das nicht auf Papier.

8. Was tun bei Regen?

Regenjacke und gute Schuhe

Noch besser als Gummistiefel sind hohe wasserdichte Schnürstiefel. Der Nachteil von Gummistiefeln oder Sneaker im Schlamm ist, dass die darin stecken bleiben können und beim Weitergehen vom Fuß rutschen. Schon mal mit Sneaker im Matschloch eingesunken, die nackten Füße nur ohne die Treter wieder aus dem Sumpf gezogen und dann auf Knien rutschend und buddelnd versucht, die Dinger wieder aus dem Dreck zu ziehen? Ich schon. War doof. Das passiert mit Schnürstiefeln nicht.

Falls du vor den Bühnen einen Turnbeutel auf dem Rücken hast, ist eine gute Regenjacke oder ein Mehrwegponcho, der drüber passt, super. Die Einwegdinger sind meistens nicht besser als ein reudiger Müllbeutel und halten keine zwei Mal drüber ziehen aus.

Müllbeutel und Zero Waste – Wie passt denn das zusammen?

Die einzige Müllbeutelrolle, die ich besitze, kommt immer mit auf Festivals. Denn sollte es Regnen, verwandelt sich eine grüne Wiese unter abertausenden Füßen schnell in ein großes Matschloch.

Um bei Nass von oben und Nass von unten den Schlamm aus dem Zelt zu halten und damit die wichtigsten Dinge trocken bleiben, helfen in der Camping-Ausnahme-Situation oft nur Müllbeutel oder wasserdichte Säcke, wenn in im Besitz von sowas bist.

Packe bei starkem Regen – bevor du zu den Bühnen gehst – deinen Schlafsack in einen Müllbeutel. So wird er nicht klamm und bleibt trocken, auch wenn ein Besoffener in dein Zelt fällt und es ramponiert. Gleiches gilt für die dicken Socken und deinen Pulli, die du eventuell nachts beim Schlafen brauchst.

9. Wie trägt der Festival-Betreiber zum Umweltschutz bei?

screenshot_172
screenshot_173
Screenshots von den FAQ beim Puls von 2019.

Immer mehr Festivals achten bereits bei der Planung auf ihre Ökobilanz und versuchen es den Besuchern leichter zu machen. Auf der Festivalhomepage finden sich oft Infos zu Versorgung und Müll in den FAQ. Vielleicht heißt es in den Infos, dass es Pfand-Mehrwegbecher, plastikfreie Foodtrucks, Komposttoiletten, Dancefloors mit energieerzeugender Tanzfläche, Solaraufladestationen und ähnliches gibt. Falls es angeboten wird, unterstützt das Müllpfandsystem! Viele Festivals geben den Müllpfand nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit, meist mittags, zurück. Schau die Uhrzeit besser vorher nach.

10. Mehrweg statt Einweg

festival Müll

Ich kann es nicht oft genug sagen: Mehrweg statt Einweg!

Investiere in langlebige Dinge und Materialien

Spar dir das Geld für Einwegzelte, Einweggrills, Einwegbierfässer, Einwegstühle und den ganzen klapprigen Mist! Investiere lieber in gute Qualität und benutze die Sachen wieder. Wer gern auf Festivals geht oder Spaß am Campen hat, der braucht die Sachen eh öfter und kann sich bei guter Qualität und sorgsamen Umgang lange daran erfreuen. Vieles findest du sicher auch second hand, bei Freunden, auf Flohmärkten oder ebay Kleinanzeigen.

Mache Gebrauch von deinem gesunden Menschenverstand!

Trotz Spaß und Feiern abseits des Alltäglichen muss gesunder Menschenverstand und ein gewisser Rest an Umweltbewusstsein vorhanden sein! Festivalgelände sind oft keine geteerten Flächen, sondern landwirtschaftlich genutzte Wiesen.

Nicht nur langfristig gedacht ist Mehrweg gut für die Umwelt, auch unmittelbar vor Ort ist dein temporärer Lebensraum sicherer, wenn keine Verletzungsgefahr durch rumliegenden Müll besteht.

Und langfristig werden die Aufräum- und Entsorgungskosten, wenn sie für den Veranstalter jährlich radikal steigen, auf den Eintrittspreis umgelegt und der Besucher zahlt für seine eigene Dummheit drauf.

Helft der Umwelt, eurem Lebensraum, den Veranstaltern und vor allem euch selbst, indem ihr das oft vorhandene Müllpfandsystem unterstützt. Auch wenn du selber keinen oder nur wenig Müll auf einem Festival produzierst, es liegt sicher genug rum, das du einsammeln kannst.

Bonus Tipp Nummer 11: Mach mit bei der #zerowastefestivalchallenge!

Ich habe für dich die #zerowastefestivalchallenge ins Leben gerufen. Teile die Challenge mit den Freunden, die dich aufs Festival begleiten und beginne damit zwei Wochen vor Abreise. Mehr Infos zur Challenge findest du hier!

Fehlt ein Tipp?

Falls du Tipps ergänzen kannst, schreib mir gerne eine Nachricht oder schreib’s hier in die Kommentare!

Ich wünsche dir ein fröhliches, liebevolles und sicheres Festival!

*Anzeige wegen Markennennung. Das ist kein gesponserter Beitrag, lediglich eine freiwillige Empfehlung von mir.

20170611_103427

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Müllfrei am Tollwood, Straßenverkauf und bei foodtrucks

Es ist wieder Tollwood in München!

🎆

Und jeder erfahrene Tollwood-Besucher weiß, dass er sich sowieso bei mindestens einem der etlichen Stände was zu Essen holen wird. Es ist also ein Kinderspiel sich vorzubereiten und Stoffservietten, Besteck, eine Brotzeitbox, einen Picknickteller oder ähnliches mitzubringen.

Auch ein Thermobecher oder ein großes Schraubglas für Smoothies machen Sinn. 🍹

Ohnehin wird beim Tollwoodfestival auf Nachhaltigkeit geachtet, alles Bio, viele Stände haben echte Teller mit echtem Besteck (2€ Pfand) und Stoffservietten bei Bedarf (1 € Pfand).

🎆

Andere haben allerdings Papierteller und -servietten und da kommt dann das Mitgebrachte ins Spiel. Auf dem Tollwood hatte ich noch nie Diskussionen oder verständnislose Blicke, wenn ich darum gebeten habe mir das Essen direkt und ohne Einwegzeugs „auf die Hand“/auf meine Teller usw. zu geben. 😍

🎆

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Zero Waste Fail Burgerkauf

Zero Waste Picknick

Müllfrei Einkaufen im gängigen Supermarkt 

Müllfreies Frühstück to go

Frühstück auf die Hand für die heutige Fahrt mit Flixbus:
Selbst wenn es ein Frühstück to go sein muss, weil die Vorräte daheim aufgebraucht sind, muss es unterwegs nicht verpackt gekauft werden.

Den Tee habe ich mir Zuhause noch schnell gemacht und in meinen Thermobecher von Disneyland gefüllt. Den habe ich schon ewig und selbst mit Beulen und Dellen erfüllt er seinen Zweck gut. Es ist keiner, der dicht hält, da er nicht zum Einpacken in die Tasche gedacht ist. Wenn er dann allerdings ausgetrunken ist, kommt er so wie er ist in die Tasche und wird unter dem nächstbesten Wasserhahn ausgespült.

Bevor ich zur Tür raus bin, habe ich mir noch fix meine Edelstahl-Brotzeitbox und einen meiner Brotzeitbeutel geschnappt. Beim Selbstbedienung-Kiosk am Bahnhof habe ich die dann mit einem belegten Laugenzopf und einer Breze gefüllt.

Easy peasy, vor allem, wenn ich auf Reisen ja eh eine Tasche dabei habe und da sowieso was zu Essen reinstopfen würde.