Conscious Chaos: Gastbeitrag von Sandra

Dieser Artikel über den persönlichen nachhaltigen Fortschritt in kleinen Schritten von Lai Chun ist ein Beitrag zur #plasticfreejuly Aktion von Auf die Hand, die dieses Jahr von einigen plastikfrei-, Zero Waste-, Garten-, DIY-Blogs, -Instagramerinnen, – Youtubern gemeinsam gestaltet wird. Die Beiträge aller Teilnehmer*innen findest du in dieser Auflistung.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen dieses Beitrags!

Aline – Auf die Hand
Foto: syringalotus

Sandra hat dieses Jahr ihren Blog Lai Chun gelauncht und bloggt vor allem über ihre Leidenschaft Fair Fashion. Ihr Blog ergänzt ihren Instagram Account syringalotus, wo sie mit grünen Styles in minimaltischer Farbpalette inspiriert.

Passt dein Müll in ein Einmachglas?

Mein 33l Treteimer aus der Küche würde mich jetzt auslachen, wenn ich das von uns behaupten würde. Stolz, wie ein Pokal, präsentiert Lauren Singer ihr Glas mit ihrem Müllinhalt, gesammelt in einem Jahr. Ich muss dabei sofort an die Sendung Löwenzahn denken. Mein Held der Kindheit, Peter Lustig, erklärt inmitten einer Mülldeponie, wie Berglandschaften und Dörfer auf Abfällen gebaut werden. Fast 30 Jahre ist das jetzt her. Wie hat es sich seither entwickelt? Die Plastikproduktion hat sich vervielfacht: Kaffeebecher To-Go, Handyhüllen und Vieles mehr. Vor allem werden immer mehr Natur- und Mehrwegprodukte durch den vielseitigen Kunststoff ersetzt. Puhhhh … ziemlich schnell wird mir klar, dass Plastik sehr viel Komfort gebracht hat: Nudeln aus der Tüte, Joghurt aus dem Becher, Strohhalme in Restaurants. Alles ist „selbstverständlich“. Mit den ersten Clips auf Social Media von Meerestieren, die den Müll mit Nahrungsmitteln verwechseln, kam die Welle. Die täglich wachsende Anzahl an Videos und Bilder zeigen das Ausmaß der Abfälle.

„Was kann ich als Einzelner schon tun? – denken sich eine Million Menschen“

Ungefähr ein Jahr ist es her, als die Plasticfree-Challenge zusammen mit Puristica für den Mai entstanden ist und ich stelle fest, dass mein Müll noch immer nicht in ein Einmachglas passt. Manchmal war der Strohhalm schneller im Glas als ich reagieren konnte. In Kinosälen ist das Mitbringen von Speisen & Getränken selten erlaubt. Und wenn man sich doch Mal ein neues statt ein gebrauchtes Möbelstück holt, dann ist der Müll-in-einem-Glas Gedanke schnell verpufft.  Dennoch ist die Versuchung groß, 24 Gelbe Säcke, die jeder Einzelne durchschnittlich in einem Jahr produziert, in kürzester Zeit auf die Menge eines Glases zu reduzieren. – 12 Säcke wären doch schon ein Fortschritt oder?

Weiterlesen auf Lai Chun…

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Hier findest du alle Beiträge meiner #plasticfreejuly Aktion 2019.

Fastfashion: Ein alter Hut, doch zum Wegwerfen zu gut: Gastbeitrag von Rioots

Dieser Artikel über Fast Fashion und das Upcycling von rioots ist ein Beitrag zur #plasticfreejuly Aktion von Auf die Hand, die dieses Jahr von einigen plastikfrei-, Zero Waste-, Garten-, DIY-Blogs, -Instagramerinnen, – Youtubern gemeinsam gestaltet wird. Die Beiträge aller Teilnehmer*innen findest du in dieser Auflistung.
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Aline – Auf die Hand

Wenn ich Freunden, Bekannten oder ganz Fremden von unserem Projekt erzähle, erfahre ich meist positives Feedback und Fragen nach mehr Details. Deshalb bin ich mir während ich diesen Gastbeitrag für Aline’s Blog schreibe, unsicher, ob die ganzen Infos über Fastfashion nicht eh schon ein alter Hut sind. Beiträge zum Thema gibt es etliche und jeder scheint Bescheid zu wissen. Doch wenn der Hut so alt wäre und jeder wüsste, was Fastfashion eigentlich bedeutet, dann müsste die Welt doch längst anders aussehen. Aber nein, Primark verdreifacht seinen Umsatz in den letzten 10 Jahren und wenn man durch die Innenstadt läuft begegnen einem immer noch Unmengen an ‚glücklichen‘ Menschen, die ihre eben erbeuteten Schnäppchen aus Bekleidungsdiscountern nach Hause tragen. Dabei muss nachhaltig doch nicht unbedingt teuer bedeuten. Und andersherum auch nicht 😉

Foto: Rioots

Fast Fashion – oder Mode zum Wegwerfen – ist wohl einer der verrücktesten Auswüchse der Konsumgesellschaft. Soziale Ausbeutung sowie enorme Umweltbelastung in der Produktion sind die bekannten und großteils gekonnt ausgeblendeten Auswirkungen dieses Überflusses.

„Yet I am sure that there is a greater anxiety, commonly, to have fashionable, or at least clean and unpatched clothes, than to have a sound conscience.“

Thoreau vor 165 Jahren

Seit viel zu langer Zeit schon legen wir mehr Wert auf unser Äußeres und was andere darüber denken als auf den respektvollen und sinnvollen Umgang mit Mensch und Natur. Der durchschnittliche pro Kopf Bedarf an Bekleidung steigt weiter und kann nicht mit Naturfasern allein gedeckt werden. Für manche Verbraucher spricht zudem Optik, Tragekomfort und Preis gegen natürliche und faire Alternativen. 

Gute Neuigkeiten für den modebewussten Schnäppchenjäger und profitorientierte Unternehmen. Es gibt eine billige und vielseitige Alternative: Kunstfasern. So sind zum Beispiel Polyester Fasern in rund 60% aller Kleidungsstücke enthalten. Weniger ressourcenintensiv sind Kunstfasern nicht, da es viel Energie benötigt, um diese aus Erdöl zu gewinnen. Soweit zur Produktion.

Aber Probleme gibt es nicht nur während der Produktion. Faserreste aus Kunstfasertextilien sind für 35% der Mikroplastikbelastung von Gewässern durch primäre Quellen verantwortlich. Weder Waschmaschinen noch Kläranlagen können die kleinen Partikel ganz herausfiltern, was doch herausgefiltert wird landet mit dem Klärschlamm auf Feldern, also im Boden. Eine einzelne Fliesjacke setzt beispielsweise um die 1900 Fasern pro Waschgang frei. Textilien aus recyceltem Plastik, das mag sinnvoll erscheinen, doch der Prozess ist relativ energieintensiv und auch hier gehen beim Waschen noch Fasern verloren.

Vorausgesetzt natürlich, die Kleidung schafft es überhaupt in die Waschmaschine. Denn der und die Deutsche trägt nur etwas mehr als die Hälfte der durchnittlich 95 Kleidungsstücke, die im Schrank hängen regelmäßig. Der Rest wird früher oder später „weg“ getan. Aber weg gibt es halt nicht. Man kennt sie ja, die Altkleiderlüge, die lokale Textilindustrien zusammenbrechen lässt und die Berge von vor sich her rottender Kleidung auf den Müllhalden des Südens.

Aber: Rumjammern hilft nichts, sinnvolle Alternativen müssen her. Eine davon nennt sich Upcycling, also das Neuerfinden alter Kleidung. Ich bin Elle, 23 Jahre aus Fürstenfeldbruck und möchte euch heute unser Projekt vorstellen:

rioots- sustainable streetwear

Foto: Rioots

Zusammen mit Felix, auch 23 und aus Eichenau verbringe ich einen großen Teil meiner Zeit damit, Secondhandkleidung durch einfachste Upcycling-Methoden wieder an die Frau und den Mann zu bringen.

Auf Flohmärkten, Kleiderkreisel und in Secondhandläden finden wir gebrauchte Shirts, Pullis, Mützen und vieles mehr. Streetwear eben. Manchmal bekommen wir auch Kleiderspenden, über die wir uns sehr freuen. Unsere Funde bedrucken wir dann durch Siebdruck mit Motiven, die wir selbst oder unsere Freunde entworfen haben (zugegeben, meistens eher unsere Freunde). Haben die Klamotten kleine Löcher, flicken wir diese oder nähen den Stoff zum Beispiel zu einer Tasche um. Bei Flecken batiken wir oder überdrucken den Fleck.

Foto: Rioots

Nach etwas Einarbeitung in den Umgang mit Siebdruck und der Nähmaschine, sind dies wenig material- und zeitintensive Möglichkeiten, Textilien wieder herzurichten. Wir achten zwar darauf, Kleidung aus Naturfasern zu benutzen. Bei Gebrauchtware ist es aber leider nicht immer möglich, die genaue Zusammensetzung des Stoffes zu erfahren. Außerdem liegt unser Fokus auf der Verwendung vorhandener Rohstoffe, egal ob Natur- oder Kunstfaser.

Unser Ziel ist es, einen Mittelweg zwischen billiger Fastfashion und der etwas teureren Öko-/Fairtrade-Klamotte zu bieten. Nachhaltige Kleidung, die für jeden erschwinglich ist und bei der das Argument „zu teuer“ nicht zählt. Außerdem soll unser Modell zeigen, wie weniger Produktion nicht unbedingt weniger Arbeitsplätze bedeuten muss, sondern nur andere Arbeit.

Foto: Rioots

Mehr Infos und unser Sortiment findet ihr auf www.rioots.de.

Unser Models sind wieder unsere Freunde oder wir selbst. Ist im Shop nichts passendes dabei, gibt es unsere Wünsch-Dir-Was Option. Schreib uns einfach eine Nachricht in der steht, was für ein Teil du dir wünscht. Fast immer können wir die Wünsche auch erfüllen. Mit dieser Option wollen wir vor allem zeigen, dass man fast alles gebraucht finden kann. Manchmal braucht es nur ein bisschen Geduld.

Foto: Rioots

rioots ist kein gewinnorientiertes Unternehmen, sondern hauptsächlich Freunde, die Shirts bedrucken und damit hoffentlich eine wichtige Message rüberbringen. 

Fastfashion is not our future. 

Sollte irgendwann einmal ein „Gehalt“ für uns rausspringen, wäre das natürlich schön. Im Moment fließen jedoch alle Einnahmen wieder zurück in das Projekt.

Eine universelle Lösung für die vielen verschiedenen Probleme der Textilindustrie gibt es nicht. Um die Entstehung von Mikroplastik zu verhindern, kann man für bereits produzierte Kunstfasertextilien ein Auffangsieb für die Waschmaschine verwenden. Dies dient aber nur als Zwischenlösung und nicht als Entschuldigung, weiter Kleider dieser Art zu produzieren zu lassen. Auch wird an vielen alternativen Fasern geforscht, wie zum Beispiel solchen aus Mangos oder Algen.

Aber warum nicht die einfachste und nachhaltige Alternative wählen und das Beste aus dem machen, was wir schon haben? 

Und wenn wir seltener Geld für kurzlebiges „Plastik Glump“ ausgeben, ist mehr übrig um letztendlich weniger, dafür aber vernünftige Fasern und gerechte Arbeitsbedingungen zu fördern.

Foto: Rioots

Also schaut’s vorbei, wir freuen uns über Feedback ♡

Eure rioots

Felix und Elle 

Quellen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/251521/umfrage/umsatz-von-primark/

https://www.sueddeutsche.de/stil/kleidung-fuenf-tipps-gegen-den-textil-wahnsinn-1.2757834

https://www.abendblatt.de/vermischtes/lifestyle/article206705987/Deutsche-tragen-viele-Kleidungsstuecke-nur-zwei-Mal.html

https://m.faz.net/aktuell/finanzen/devisen-rohstoffe/100-prozent-baumwolle-qualitaetssiegel-oder-boykottgrund-14125638.html

https://textile-one.de/pages/polyester

Engelhardt A. (2012) Schwarzbuch Baumwolle

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Plastik gibt’s auch in Bio: Gastbeitrag von Kushel

Dieser Artikel über Bioplastik Verpackungen bei Kushel ist ein Beitrag zur #plasticfreejuly Aktion von Auf die Hand, die dieses Jahr von einigen plastikfrei-, Zero Waste-, Garten-, DIY-Blogs, -Instagramerinnen, – Youtubern gemeinsam gestaltet wird. Die Beiträge aller Teilnehmer*innen findest du in dieser Auflistung.
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Aline – Auf die Hand
Foto: Kushel

Wir sind Kushel und stehen für eine klima- und ressourcen-positive Produktion mit dem Hauptziel mehr an Mutter Natur zurückzugeben als wir ihr entnehmen. Unsere Handtücher bestehen aus Buchenholzfasern und Biobaumwolle welches sie unglaublich weich und saugfähig macht. Als Unternehmen haben wir eine Verantwortung gegenüber der Umwelt und wir können bestätigen das es absolut möglich und notwendig ist nachhaltig zu produzieren. Momentan aber beschäftigt uns das Thema Verpackung.

Wie ein Unternehmen auch ohne den schädlichen Kunststoff auskommen kann

„Wie verpackt ihr eure Produkte denn?“ häufig bekommen wir diese Nachricht zugesendet. Wir freuen uns sogar über die Frage denn das bedeutet, dass unserer Community stets Interesse daran zeigt ausreichend informiert zu sein, wenn es darum geht ein nachhaltiges Leben zu führen.

Natürlich machen wir uns auch dazu Gedanken und haben eine vorübergehende Lösung gefunden. Zum Verständnis: Nachhaltigkeit bedeutet für uns auch logistische Aspekte wie Retouren zu beachten. Auf der einen Seite müssen wir Retouren vermeiden, indem wir sicherstellen, dass unsere Handtücher absolut sauber und hygienisch bei unseren Kunden ankommen. Auf der anderen Seite müssen wir im Fall einer Retoure sehen können, welche Handtücher wir wieder in den Verkauf geben können und welche wir wieder Aufbereiten müssen oder spenden können. Also dachten wir uns, na gut, in dem Fall muss es eine Kunststoffverpackung sein, aber gibt es da denn keine Alternativen? Und ja, zum Glück gibt es schon einige Lösungen dafür.

Erst einmal was ist Biokunstoff überhaupt?

Foto: Kushel

Ein Material welches nicht aus Erdöl hergestellt, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen und biologisch abbaubar ist. So weit so gut! Somit sind wird dann auf ein Bioplastik Produkt aus Mais gekommen. Ein Herstellungsverfahren welches den Kunststoff aus Maisstärke herstellt. In dem Fall also auch biologisch abbaubar ist und vor allem Erdölfrei. Jedoch sind uns auch einige Schwierigkeiten mit dem Produkt bekannt. Laut EU Norm 13432 kann sich PLA nur in einem bestimmten Zeitraum und unter bestimmten Umweltbedingungen (hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit usw.) und dem hinzufügen von Mikroorganismen abbauen. Das zersetzt sich dann zu 90% in Wasser, CO2 und Biomasse. Jedoch bestehen diese Kompostierbedingungen nur in industriellen Anlagen und deshalb kann man es nicht in die Biotonne werfen. Außerdem wird dafür in den meisten Fällen eine Art „Genmais“ verwendet der wiederum nicht Bio ist und das Pestizid-Problem bleibt weiterhin bestehen.

Wir suchen weiter…

Unser Ziel ist es nicht nur klima- und ressourcen-positiv zu produzieren, sondern auch beim Thema Verpackung wollen wir unsere Prozesse stetig verbessern, denn etwas zu kompensieren ist gut, aber weniger Müll zu erzeugen ist besser. Also schauen wir uns nach Möglichkeiten um.

Kaffee- immer eine gute Lösung?

Eine Alternative ist Biokunststoff aus Kaffeesatz, der zusammen mit einer Zuckerrohrbasis zu einem Verpackungsmaterial hergestellt wird. Auf langfristige Sicht wird das jedoch schwierig diese Mischung auf einer Massenproduktionsebene zu nutzen. Einfach nur, weil es nicht genug Kaffeesatz gibt.

Plastik aus Holz

Was schon wie ein Widerspruch in sich klingt ist aber mittlerweile eine wirklich effiziente Alternative. Holzreste werden zusammengepresst und zunächst als flüssiges Material genutzt, um es somit in die richtige Verpackungsform zu biegen. Vorteil ist definitiv, dass es biologisch abbaubar ist und, dass es einen geringeren CO2 Ausstoß bei der Herstellung ergibt. Wiederum ist diese Bioplastikalternative schwerer als andere und die Nachfrage besteht eben nach leichten Verpackungen.

Und dann gibt es da noch Disteln.

Eine Plastikalternative, die mit Hilfe von Distelöl hergestellt wird. Dieses Material löst sich schon nach wenigen Wochen auf und darf sogar in die Biotonne zum Kompostieren. Natürlich ist der relativ schnelle Kompostiervorgang von Nachteilen für verschieden Industrien wie z.B. Innenverkleidungen bei Autos. Denn da achtet man natürlich auf die Langlebigkeit ihrer Produkte.

Alternativen sind essentiell für unsere Umwelt.

Dies war nur ein kleiner Bruchteil an Bioplastikalternativen, an denen man momentan auf dem Markt arbeitet. Fakt ist natürlich, dass wir definitiv an einem Punkt sind, an dem diese Alternativen essenziel für unsere Umwelt sind, jedoch muss noch sehr stark an der Optimierung der Produkte gearbeitet werden. Wir aber wissen schon, dass wir demnächst auf ein anderes Produkt bei unserer Verpackung zurückgreifen wollen.

Was meint ihr zum dem Thema, kennt ihr Bioplastikalternativen die euch überzeugen? Welchen nächsten Schritt würdet ihr uns bei Kushel beim Thema Verpackung empfehlen?

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Zero Waste Baby: Gastbeitrag von Carolina

Dieser Artikel zu Zero Waste Baby ist ein Beitrag zur #plasticfreejuly Aktion von Auf die Hand, die dieses Jahr von einigen plastikfrei-, Zero Waste-, Garten-, DIY-Blogs, -Instagramerinnen, – Youtubern gemeinsam gestaltet wird. Die Beiträge aller Teilnehmer*innen findest du in dieser Auflistung.
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Aline – Auf die Hand

Hi, ich bin Carolina, und seit über einem Jahr Mama eines tollen Jungen. Auf meinem Instagram-Account fee_carolina teile ich meine Ideen zum Thema Lesswaste mit Baby. Schon vor der Schwangerschaft haben wir uns intensiv mit dem Thema Zero Waste beziehungsweise Less Waste (denn Zero ist in der heutigen Welt einfach nicht zu schaffen und ein unrealistisches Ziel) beschäftigt. Alle sagten damals zu uns: „Das geht aber nicht mehr, wenn ihr Kinder habt!” Und schon damals dachte ich mir: “Aber warum soll das denn nicht gehen? Das Baby kauft doch nichts. Ich habe doch in der Hand, welche Produkte ich kaufe und benutze!”

Zero Waste Baby – geht das denn?

Nach über einem Jahr mit Baby kann ich euch versichern: Es geht! Und das Beste: Es tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch eurem Kind und eurem Geldbeutel. Und gerade der ist ja während der Elternzeit auch gerne mal ein wenig strapaziert.

Natürlich kann es sein, dass nicht alles für euch stressfrei machbar ist. Es gibt Situationen, da nimmt man eben doch mal ein Wegwerfprodukt. Es gibt hier kein “ganz oder garnicht”. Aber eines ist ganz klar: JEDER Schritt zählt. Und sei er noch so klein. Manchmal baut auch ein Schritt auf einem anderen auf. Auf einen müllärmeren Haushalt umzustellen ist ein langer Prozess, das passiert nicht von heute auf morgen. Fühlt euch daher nicht schlecht, wenn ihr (noch) nicht alles umsetzen könnt. Das ist ok! Gebt euch Zeit und geht kontinuierlich einen Schritt nach dem anderen.

13 Zero Waste Baby Tipps

Hier sind unsere Ideen für ein müllarmes Leben mit Baby:

Hygiene:

  1. Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln! Der Schritt, der definitiv den größten Müllberg spart. Wusstet ihr, dass Wegwerfwindeln ca. 10% unseres Restmülls ausmachen? Ist das nicht unfassbar viel, dafür, dass es ein einziges Produkt ist und wir nicht mal 10% unseres Lebens Windeln tragen? Noch dazu sind Wegwerfwindeln wahnsinnig teuer. Man gibt um die 1500€ für die gesamte Wickelzeit aus (Windelmanufaktur: Kannst du mit Stoffwindeln Geld sparen?). Ein einfaches Starterset Stoffwindeln bekommt ihr schon für ca. 200€, klar kann man da aber auch mehr ausgeben. Manche Leute verfallen aufgrund der vielen hübschen Designs auch in einen kleinen Kaufrausch 🙂 . Aber auf 1500€ kommt ihr niemals! Danach könnt ihr die Stoffwindeln entweder wieder weiterverkaufen oder für das nächste Kind nochmal benutzen.
    Außerdem ist es bei Stoffwindeln möglich, ausschließlich natürliche Materialien wie Baumwolle, Hanf und Wolle zu benutzen, so dass keine Kunstfasern oder Chemikalien an die zarte Haut eures Babys kommen. Windeldermatitis ist damit auch wesentlich seltener. Unser Baby hatte tatsächlich nie einen roten Po!
    Wen die viele Wäsche abschreckt, für den gibt es in vielen Städten einen Windelservice, der das Waschen übernimmt. In München und Berlin z.B. ist das die Windelei.
  2. Statt Einwegwickelunterlagen könnt ihr ein Handtuch oder Molton unterlegen. Falls ihr gerne etwas wasserdichtes unterlegen möchtet, gibt es waschbare Betteinlagen, die dafür auch benutzt werden können.
  3. Statt Feuchttüchern, benutzt lieber Waschlappen. Diese gibt es zu kaufen, oder wer nähen kann, kann einfach ein altes Handtuch oder Flanellhemd zerschneiden. Diese macht ihr dann einfach nass, das reicht in der Regel. Falls ihr etwas mehr Reinigungswirkung und Pflege möchtet, könnt ihr euch aus heißem Wasser, Seifenflocken und Mandelöl eine Emulsion herstellen und über die Tücher gießen.
    Zum Hände abputzen etc. wenn ihr unterwegs seid, reicht es, einen Waschlappen und eine Wasserflasche einzustecken. Feuchttücher sind absolut verzichtbar, finde ich!
  4. Euer Baby braucht weder Badezusätze noch Cremes und Lotionen. Zum Baden reicht es, ein wenig Muttermilch ins Badewasser zu geben. Wenn sie später anfangen, sich auf dem Spielplatz schmutzig zu machen, kann man ein Stück Seife benutzen, z.B. die “Dreckspatz”- Seife von Savion oder einfach Olivenölseife. Anschließend reicht Mandelöl zum Einreiben. Falls ihr doch etwas kaufen möchtet, checkt vorher mal mit der App “Codecheck” , was da alles drin ist. Ich würde grundsätzlich versuchen, nur Naturkosmetikprodukte für mein Baby zu benutzen.
  5. Oft sieht man Mini-Desinfektionsmittel in kleinen Plastikflaschen am Kinderwagen hängen. Braucht wirklich kein Mensch. Zu viel desinfizieren schadet mehr als es nutzt. Das kindliche Immunsystem darf Keime ruhig mal kennen lernen! Wenn es aber unbedingt sein muss, gibt es auch hier Naturkosmetikprodukte.

Ernährung:

  1. Stilleinlagen: Auch hier gibt es waschbare Alternativen aus Bambus oder Wolle/Seide. Ich verstehe Einmalstilleinlagen nicht. Muttermilch ist doch nicht so eklig, dass man sie wegschmeißen muss? Außerdem trinkt doch euer Baby dort! Wollt ihr da wirklich Plastik und Superabsorber haben?
  2. Muttermilchbeutel: Ein Produkt, das nie in Frage gestellt wird. Dabei sind auch die absolut unnötig. Muttermilch kann auch in abgekochten Gläsern eingefroren werden. Wichtig ist hierbei, nach oben ein bisschen Platz zu lassen, da sich Flüssigkeit ausdehnt wenn sie friert. Bitte auch nur langsam auftauen, nicht direkt aus dem Gefrierschrank ins heiße Wasserbad stellen. Wenn das berücksichtigt wird, gibt es hier gar keine Probleme!
  3. Fläschchen gibt es aus Glas oder Edelstahl. Die aus Edelstahl sind verhältnismäßig teuer, können aber dann später noch in die Kita mitgegeben werden und wachsen so ein paar Jahre mit. Außerdem sind sie quasi unkaputtbar und können gut für mehrere Kinder benutzt werden. Die Investition lohnt sich also. Kann man sich auch gut schenken lassen. 😉
  4. Statt Gläschen zu kaufen, gibt es zwei Alternativen: Die erste ist Brei selbst kochen. Wenn ihr große Mengen kocht und in Gläsern einfriert, spart ihr euch viel Arbeit. Die zweite ist das sogenannte Baby Led Weaning (BLW) und bedeutet nichts anderes, als dem Baby bei der Beikosteinführung im wahrsten Sinne des Wortes freie Hand gelassen wird. Damit habt ihr fast gar keine zusätzliche Arbeit, denn das Kind isst von Anfang an am Familientisch mit und wird auch kaum gefüttert. Hierbei wird das Essen dem Kind einfach in einer geeigneten Form (greifbar und mit dem Gaumen zerdrückbar) angeboten und das Kind bedient sich selbst. Wir haben diesen Weg gewählt und würden es immer wieder so machen. Unser Kind hat noch nie ein Gläschen bekommen.
  5. Quetschies. Sie gelten heute als unverzichtbar, dabei sind wir auch alle ohne groß geworden. Quetschies sind ein riesen Müllproblem und sind im Vergleich zu einem selbst gemachten Smoothie wahnsinnig teuer. Außerdem sind sie schlecht für die Zähne und trainieren anders als “normales” Essen die Mundmotorik nicht. Diese ist wiederum sehr wichtig für das Sprechenlernen. Falls euer Kind jedoch UNBEDINGT Quetschies haben möchte (ich habe gehört es gibt solche Kinder…), gibt es wiederbefüllbare Varianten in jedem Drogeriemarkt.

Sonstige Produkte:

  1. Baby- bzw. Kindersachen lassen sich super Second Hand kaufen. Fast alles, was wir für unser Kind anschaffen mussten, haben wir günstig auf Kleinanzeigen oder Mamikreisel bekommen. Dort konnten wir sie dann auch mit wenig Verlust wieder weiter verkaufen. Wir wollten keine Fast Fashion unterstützen und außerdem wachsen Babys sehr schnell aus ihrer Kleidung raus, so sind die Sachen oft wie neu. Es gibt zwar mittlerweile auch viele faire Labels oder Kleinunternehmen, aber meiner Meinung nach ist ein Produkt, das bereits existiert immer das nachhaltigste.
  2. Auch größere Anschaffungen wie Möbel oder z.B. unseren Fahrradanhänger konnten wir günstig auf Kleinanzeigen finden.
  3. Spielzeug lässt sich gut auf Flohmärkten finden. Man kann auch gerne mal ein bisschen kreativ werden und Dinge zu Spielzeug umfunktionieren. Kleine Kuchenbackförmchen oder Töpfchen können Plastik-Sandspielzeug ersetzen. Gummis von Weck-Gläsern sind bei uns ein sehr beliebtes Spielzeug. Doch mal anfallende Plastikflaschen können z.B. mit Linsen oder Haselnüssen gefüllt werden und landen wenigstens nicht gleich im Müll. Babys spielen sowieso am liebsten mit Alltagsgegenständen und somit gilt bei Spielzeug: Weniger ist mehr!

Hast du noch weitere Ideen?

Ich hoffe ich konnte euch ein paar Zero Waste Baby Anregungen mitgeben. Habt ihr schon ein paar umgesetzt oder noch weitere Ideen?

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Hier findest du alle Beiträge meiner #plasticfreejuly Aktion 2019.

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Plastik vermeiden mit #plasticfreejuly

Oft wird mir die Frage gestellt, wie man mit Zero Waste oder plastikfrei Leben anfangen kann. Nun gibt es da keinen allgemein gültigen Erfolgskurs aber zuerst zu gucken, was individuell anfällt, um darauf dann mit nachhaltigen Handlungen zu reagieren, ist ein praktischer Anfang. Diese Aktion kann dir helfen Plastik zu vermeiden: #plasticfreejuly.

Plastik vermeiden mit #plasticfreejuly

Wie der Name schon sagt, findet die Aktion den ganzen Juli lang statt.

Konsumiere ganz normal wie bisher und hebe aber deinen gesamten Plastikmüll auf – daheim, unterwegs, in der Arbeit.

Fortgeschrittene können einen Monat lang versuchen Einwegplastik komplett zu meiden.

Am Ende des Monats kannst du somit sehen, wie viel du angesammelt hast und vor allem was. So kannst du dein individuelles Konsumverhalten am Ende des Monats ganz einfach analysieren. Im nächsten Schritt kommt die Recherche nach Alternativen zu den mülllastigsten Produkten. Hier kann dir mein Blog weiterhelfen.

Übrigens: Es gibt bei dieser Challenge keinen Gewinner, das ist eher als Herausforderung zu sehen.

Mehr zu #plasticfreejuly gibt’s auf der Homepage der Initiative.

Blogger-Aktion auf AUF DIE HAND zu #plasticfreejuly

Da sich der Inhalt hier auf meinem Blog ohnehin um Müllvermeidung dreht, will euch während #plasticfreejuly dieses Jahr zusätzlich zeigen, wie vielfältig die nachhaltige Community ist und wie jeder von uns auf unterschiedliche Weise seinen Teil zu einer nachhaltigeren Welt beitragen kann.

Und darum habe ich befreundete BloggerInnen, YouTuber, SchülerInnen und Unternehmen gefragt, ob sie sich an meiner #plasticfreejuly Aktion beteiligen wollen. Im Juli werde ich auf AUF DIE HAND Artikel aller Beteiligten posten und die Aktion auf Instagram und Facebook begleiten. Jede*r von uns hat für dich einen Beitrag verfasst, der ein plastikfrei- oder zero waste Thema behandelt. Somit bekommt du nicht nur tolle Tipps und Einblicke, außerdem kannst du täglich neue Blogs/Social Media mit Mehrwert entdecken.

Die Beteiligten:

Laura von Cuddling Carrots

Charlotte und Anna von Grün wie Gras

Magdalena von Freeminded Folks

Steffi von Simply Plastic Free

Charlie von Sustainable Duo

Anja von Wilde Freude München

Severin von Precious Plastic Munich

Chrissi, Gründerin vom Ohne Laden

Hannah, Gründerin vom Ohne Laden und Zero Waste Munich

Nina von Clean Up Yogi

Kate von Zero Waste Kate

Die Gründer von Kushel

Nina von zerowaste_vegan_nina

Elle von Rioots

Lisana von Wilde Gartenküche

Anna von puristica

Ronja von Grün und Gloria

Florian, der Selbstversorger Rigotti

Verena von All my deer

Die Themen der verschiedenen Autor*innen, Youtuber, Instagramer*innen und Aktivist*innen kannst du im Juli auf meinem Blog entdecken. In Gastbeiträgen widmen wir uns gemeinsam dem Thema Plastik vermeiden und geben Tipps und Einblicke in unseren Alltag. Damit wollen wir dir zeigen, wie unterschiedlich die Möglichkeiten sind Plastik zu vermeiden und dass jede*r von uns eine andere Herangehensweise haben kann.

Ich freue mich sehr auf die Aktion und bedanke mich jetzt schon bei all den tollen Menschen, die meiner Einladung zu meiner #plasticfreejuly Aktion gefolgt sind.

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Green Style Muc – drei Tage fair fashion in München

Veganes Leder, zirkuläre Mode, faire Arbeitsbedingungen, Naturkosmetik – einige Schlagwörter, die dennoch nicht ausreichen, um die Vielfalt der Green Style Muc umfassend zu beschreiben.

Meine Bloggerkollegin Mirjam von my-GREENstyle.com stellt nun schon zum zweiten Mal die fair Fashion Messe Green Style Muc auf die Beine, die diesmal im Isarforum stattfinden wird.

Sie hat über 30 Marken mit fairer Mode eingeladen, einige aus der Region und Deutschland, die ihre innovativen Produkte dort ausstellen und selber vor Ort sein werden, um über ihr Schaffen zu sprechen und die Materialien zu erklären.

Es gibt dazu auch ein tolles Programm, das zum Mitmachen, Zuhören und Mitdenken anregt.

Ich freue mich schon sehr darauf, dort einige tolle Powetfrauen aus ganz Deutschland wieder zu sehen, die sich alle für Nachhaltigkeit und faire Mode einsetzen.

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Kushel – das europäische Handtuch mit Holz

Dieser Beitrag basiert auf einem PR-Sample, das ich von Kushel erhalten habe.

Viele große Bäume umgeben uns in Bayern. Alte Wälder, schon seit Jahrhunderten spenden sie Nahrung, Schutz und Heimat. Sie ermöglichen Biodiversität, bilden nachwachsende Rohstoffe, schirmen ab vor Wind, bewahren uns vor Erdrutschen und bieten Tier und Mensch oft eine Lebensgrundlage. Seit unserer Kindheit sind uns die Märchen bekannt, in denen sich Kinder und Prinzessinnen im Wald verirren, ausgesetzt werden und von Wölfen oder Zwergen gefunden werden. Und vor allem: Wir setzen noch heute einen Fuß in den Wald und erleben den Luxus diese Geschichten mit etwas Fantasie nachvollziehen zu können. Der dunkle, mystische Wald. Die lichtdurchfluteten Lichtungen.

Umso erstaunlicher ist es, dass trotz aller lokaler Verbundenheit mit unseren Bäumen die emotionale oft nicht vorhanden ist, geschweige denn die ökologische Haltung. Derzeit entflammt in München die Diskussion die alten Bäume an der Eisbachwelle zu fällen. Aktives Baumsterben, und wofür? Nur damit die sechs Spuren der Straße auch während einer Baustelle erhalten bleiben. Autos über Bäume? Umweltverschmutzende Mobilität inmitten der Stadt geht über die Pflanzen, die nicht nur das Münchner Stadtbild prägen, sondern dabei auch noch für frische Luft sorgen? Zu dumm, dass sie nur für frische Luft sorgen. Würden Bäume WLAN spenden, würde sie wohl keiner fällen wollen.

Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren. Der zweitbeste ist jetzt.

„Better late than never“, schreibt Kushel auf seiner Homepage. Kushel ist ein Hamburger Heimtextilienunternehmen, dass zum Ziel hat, die erste CO2-positive Firma seiner Art zu werden. Wie sie das anstellen wollen? Für jedes verkaufte Handtuch pflanzen sie innerhalb der folgenden sechs Monate nach dem Kauf zwei Bäume, je nach Saison. Diese werden mit Kushels derzeitigen Partnern bald in Afrika (Partner: Trees fort he future), Mexiko (Partner: Plant for the planet) und Deutschland (Partner: Klimapaten Pflanzaktion) wurzeln. Kushel möchte damit dem Klimawandel entgegenwirken, die Umwelt wiederherstellen und eine grünere Zukunft für künftige Generationen mitgestalten. Finanziell soll sich dieser Aufwand über Social Media und die Website decken.

Dass besonders die Textilbranche meist mit sehr umweltschädlichen Methoden arbeitet, ist kein Geheimnis. Diese Branche ist stark von der Globalisierung der Märkte geprägt, sodass alle Produktionsstufen auf der ganzen Welt hohe Umweltbelastung und -verschmutzung verursachen. Besonders belastend ist für die Umwelt der Anbau und Produktion der Rohfasern und die Textilveredelung (Färben, Bleichen, Imprägnieren und ähnliches). Zudem wird ein hoher Energieaufwand betrieben, um alle Produktionsstufen durchzuführen und um das Textil nach jedem Arbeitsschritt zum nächsten Verarbeitungsort zu schiffen. Kushel stellt sich dieses Problemen und will beweisen, dass es möglich ist als nachhaltiges Unternehmen umweltverträgliche Textilien herzustellen.

kushel foto

Die Rohstoffe der Kushel Handtücher stammen aus nachhaltigem Anbau:
Die Bio-Baumwolle der Handtücher wird in der türkischen Ägäis kultiviert. Nicht nur ist sie GMO-frei, ohne den Einsatz chemischer Pestizide oder künstlichem Dünger, außerdem wächst sie mithilfe einer wassersparenden Bewässerungstechnik.
Tencel, die in Österreich aus Holz produzierten Fasern, stammen aus wiederaufgeforsteten Wäldern aus Europa. Das Holz ist zertifiziert und kontrolliert nach FSC und/oder PEFC Standarts. Die Herstellung des Handtuchs erfolgt in Portugal und ist REACH-kompatibel. Die Farbstoffe sind vegan und das Abwasser wird an Ort und Stelle geklärt.

Das daraus entstehende Handtuch ist besonders weich, sehr saugstark und ungefährlich im Kontakt mit der Haut.

Soweit der Plan.

kushel

Um nun mit dem Projekt durchstarten zu können, ist das kleine Hamburger Startup Kushel nun seit Sonntag auf Kickstarter. Falls auch du Teil der Textilrevolution sein möchtest, kannst du mit deiner Vorbestellung von Handtüchern oder Baumspenden auf Kickstarter das Projekt unterstützen.

Hier geht es zur Kickstarter Seite.

Weiterlesen auf Auf die Hand:

RIOOTS against fast fashion

„Steck mal ne Hand in die Bauchtasche.“ Klick! „Kannst du mal den Zopf zur Seite tun, bitte? Sonst sieht man unser Logo nicht.“ Klick! „Zieh als nächstes doch das weiße Shirt an, davon haben wir mehrere.“ Klick! Klick

Wer das Haus von Felix‘ Eltern in einem Wohngebiet in Eichenau, einem Münchner Vorort, betritt, der findet nicht immer beschauliche Wohnzimmerathmosphäse vor. Heute sind die Möbel zur Seite gerückt, Papas Leiter aus dem Keller steht als Kamera-Stativersatz mitten im Raum und die Bilderrahmen wurden für einen neutralen Bildhintergrund von der Wand genommen. Durch den Raum stacksen halbnackte hippe junge Menschen über volle Wäschekörbe und Klamottenstapel und bedienen sich an der Kleiderstange. Sie streifen sich Tanktops, Shirt und Hoodies in allen Farben über und treten nacheinander vor die Leiter – pardon, das Kamerastativ – und lassen sich abknipsen.

Zuerst von vorne und dann die Rückenansicht, denn alle Details sollen später im Online-Shop von der Marke RIOOTS auf den Fotos zu erkennen sein.

RIOOTS, das sind Elle und Felix. Ein junges Paar, das den Mut hat kreativ gegen die Fast Fashion Industrie zu rebellieren. Giftige Chemikalien, Kinderarbeit, miserable Löhne, einstürzende Produktionsgebäude – diese Zustände charakterisieren die Fast Fashion Industrie. Doch haben Elle und Felix durch das Wissen über diese Fakten nicht nur ihr eigenes Konsumverhalten hinterfragt und umgewälzt, sie organisieren einen Aufstand! Gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, gegen das Gift in der Natur, gegen die Gleichgültigkeit und das Wegsehen. Gegen diese mächtige Modeindustrie stellen sich die jungen Unternehmensgründer mit ihrer meinungsstarken Marke RIOOTS. Das zeigt sich zuallererst im Namen: Er leitet sich ab von den englischen Wörtern riot (Aufstand) und roots (Wurzeln).

RIOOTS schafft Neues und verwendet dabei ausschließlich Textilien aus zweiter Hand. Darauf wird per Siebdruck eines der Motive von RIOOTS von Hand aufgetragen. Ausrangierte Stücke bekommen sie aus dem Freundeskreis, Second Hand Stores, Flohmärkte und Kleiderkreisel. Die Textilien werden gewaschen, nach Größe, Art, Farbe und nach Zustand sortiert. Kleine Löcher werden per Hand repariert und was nicht zu retten ist, wird für Probedrucke verwertet. Was bei anderen Marken daraufhin ausgedient hat und als Müll entsorgt wird, hat bei RIOOTS einen zweiten Zweck, denn auf die Stoffreste drucken die Unternehmensgründer ihren Schriftzug und die Größen, die sie später innen und außen im Nacken auf ihre Produkte nähen.

Elle (22), Hotelfachfrau und Int. Development Studies-Studentin.

Felix (22), Physikstudent an der LMU und Fachberater im örtlichen Bioladen

Elle und Felix machen bei RIOOTS alles selbst, vom Praktikanten bis zur Geschäftsführerin. Beide sind Freunde von Nachhaltigkeit, Natur und dem Boardsport und leben sich zu diesen Themen auf ihren Kleidungsstücken kreativ aus. Ihre Motiv sind alle unisex. Neben ihren Schriftzügen, einer in Handschrift-Optik und einer in strenger Typografie, haben sie bisher ein Dreadhead-Profil mit Blume im Mund und ein anatomisch gezeichnetes Herz aus dem Blüten rauswachsen.

Um die per Hand überarbeiteten Unikate für den neuen Online-Shop abzulichten, haben Elle und Felix einige Freunde zu einem Shooting eingeladen. Der Style ihrer Freunde ist bunt gemischt, eher dynamisch und sportlich. So ist auch ihre Zielgruppe. Hauptsächlich kaufen Freunde bei ihnen ein, Bekannte vom Boarden und Umweltaktivisten, die online auf RIOOTS aufmerksam werden.

Gina Merkl gehört ebenfalls zum Freundes- und Kundenkreis.

Online Bestellungen führen bei gängigen Shops oft zu viel Verpackungsmüll. Nicht so bei RIOOTS: Sie verwenden immer gebrauchte Kartons wieder, die sie zum Beispiel von Kleiderspenden oder Bestellungen auf Kleiderkreisel haben. Und beim Versand verzichten sie auf Plastik. „Es kommen zu fast jeder Bestellung allerdings Sticker, auch von anderen Marken aus der Region, aus der Skate- und Snowboardszene oder gegen Kapitalismus oder so dazu, die eventuell Plastik enthalten können.“, sagen sie. „Die Sticker, die wir selbst designen bestehen aber nur aus Papier.“ Um Verpackung, Versandkosten und Ressourcen zu sparen, holen sich einige Kunden die Unikate auch bei Felix oder Elle persönlich ab und können dadurch auch die Kleidung anprobieren.
So entwickelt sich das Shooting im Wohnzimmer von Felix‘ Eltern auch noch zu einem kleinen Basar. Kleidung, die eigentlich für den Shop fotografiert werden soll, gefällt manchen Models auf Anhieb so gut, dass sie sie behalten wollen und anfangen um Mengenrabatt zu feilschen.

Beim Boarden für Elle nicht mehr wegzudenken: Die eigene Bekleidungsmarke zum Warmhalten!

Den Unternehmensgründern ist bewusst, das faire Mode teuer ist und für manche zu teuer. Ihre Preise wollen sie möglichst niedrig halten, was auch mithilfe von Kleider-, Farb- und Stoffspenden möglich ist, vor allem aber einer von vielen positiven Aspekten gebrauchter Kleidung. „Günstige Secondhand Mode statt überteuerter Neuware – so bleibt dann vielleicht auch der ein oder andere Euro für Einkäufe bei Fairtrade Labels, wenn es dann doch einmal etwas Neues sein soll.“, hoffen die beiden. Sie regen mit ihren upcycleten Textilien zum Nachdenken an über die irrsinnigen Mengen bereits vorhandener Kleidung der Fast Fashion Industrie und über die bekannten Bedingugen unter denen sie hergestellt werden. Die Idee von RIOOTS wurzelt hier und der Aufstand von Elle und Felix hat durch Gründung ihrer eigenen Marke begonnen!

Du findest RIOOTS hier:

Homepage und online Shop

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Props an meinen Bruder, der im Sommerurlaub dieses Foto von mir mit meinem RIOOTS Pulli gemacht hat! <3

Dieser Beitrag kam zustande, da die beiden auf mich zugekommen sind und gefragt haben, ob ich auf meinem Blog nicht Werbung für ihr Unternehmen machen könnte. Das mache ich sehr gerne, denn die beiden haben was richtig tolles gegründet! Die Werbung ist unbezahlt und auch meinen Pulli habe ich mir beim Shooting im Frühjahr selbst gekauft.

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Waschmaschinenpulver für weiße Wäsche

Meine dunkle und bunte Wäsche wasche ich mit Efeu oder Kastanien. Für weiße Wäsche ist das allerdings nicht geeignet, da sie sich verfärben könnte oder mit der Zeit zumindest einen Grauschleier bekommen würde.

Auf Smarticular bin ich durch den Tipp einer Freundin auf das Ökologische Waschpulver aus eigener Herstellung gestoßen und habe es erstmal so gemacht, wie es drin steht. Für das harte Münchner Wasser habe ich das Mischverhältnis etwas angepasst.

⚠Beim Umgang mit Zitronensäure immer vorsichtig sein und nichts in die Augen und Schleimhäute kommen lassen.
⚠ Aufwirbelung der feinen Zutaten vermeiden.
⚠ Aufwirbelung nicht einatmen.

In ein großes Schraubglas folgende Zutaten geben:
50 g geraspelte Kernseife (mit einer Küchenreibe fein reiben)
50 g Spülmaschinensalz (ich nehme das feine von Domol)
75 g Waschsoda-Pulver
75 g Natron
75 g Zitronensäure

Schraubglas schließen und gut schütteln.

Für eine Trommel weiße Wäsche einen Esslöffel in das Waschmittelfach geben.
Optional: Für Duft ätherische Öle ins Fach dazu tropfen. Nicht vorher ins Schraubglas, da Flüssigkeit zu einer vorzeitigen Reaktion mit der Zitronensäure führt und die Waschwirkung mindert. Achte darauf, dass du die Öle verträgst und sie für das Grundwasser unbedenklich sind.

⚠ Nicht für tierische Fasern wie Wolle und Seide geeignet.

Hartnäckige Flecken behandle ich mit etwas Wasser, Kernseife und einer alten Zahnbürste vor.

Mein Waschpulver hat bei dem letzten Glas nach einer Weile das Klumpen angefangen und das Pulver wurde ziemlich hart. Um das diesmal zu vermeiden, habe ich einen Esslöffel Reis in einem Stoffsäckchen dazu gegeben.

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Wäsche waschen mit Efeu

Wäsche waschen mit Kastanien

Spülmaschinenpulver (mit den gleichen Zutaten wie hier) selber mischen

​Jutebeutel platzsparend falten

Um nie wieder auf Plastiktüten oder sonstige Tragetaschen angewiesen zu sein, ist es sehr praktisch immer einen Beutel dabei zu haben.
Damit der nicht viel Platz in der Handtasche braucht, sich nichts verknotet oder an anderen Dingen hängen bleibt, falte ich den Beutel gleich nach Benutzung so wie in dem Video und stecke ihn zurück in die Handtasche oder den Rucksack.

Am 3. Juli ist international plastic bag free day und außerdem ist den ganzen Juli die plastic free july challenge.

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Der Beutel ist von Verfallderjugend. und erhältlich bei Subkultur e.V.

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Zero Waste Einkauf im gängigen Supermarkt

Verpackungsfrei einkaufen beim Metzger

Essen to go im eigenen Behälter holen