Zero Waste Baby: Gastbeitrag von Carolina

Dieser Artikel zu Zero Waste Baby ist ein Beitrag zur #plasticfreejuly Aktion von Auf die Hand, die dieses Jahr von einigen plastikfrei-, Zero Waste-, Garten-, DIY-Blogs, -Instagramerinnen, – Youtubern gemeinsam gestaltet wird. Die Beiträge aller Teilnehmer*innen findest du in dieser Auflistung.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen dieses Beitrags!

Aline – Auf die Hand

Hi, ich bin Carolina, und seit über einem Jahr Mama eines tollen Jungen. Auf meinem Instagram-Account fee_carolina teile ich meine Ideen zum Thema Lesswaste mit Baby. Schon vor der Schwangerschaft haben wir uns intensiv mit dem Thema Zero Waste beziehungsweise Less Waste (denn Zero ist in der heutigen Welt einfach nicht zu schaffen und ein unrealistisches Ziel) beschäftigt. Alle sagten damals zu uns: „Das geht aber nicht mehr, wenn ihr Kinder habt!” Und schon damals dachte ich mir: “Aber warum soll das denn nicht gehen? Das Baby kauft doch nichts. Ich habe doch in der Hand, welche Produkte ich kaufe und benutze!”

Zero Waste Baby – geht das denn?

Nach über einem Jahr mit Baby kann ich euch versichern: Es geht! Und das Beste: Es tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch eurem Kind und eurem Geldbeutel. Und gerade der ist ja während der Elternzeit auch gerne mal ein wenig strapaziert.

Natürlich kann es sein, dass nicht alles für euch stressfrei machbar ist. Es gibt Situationen, da nimmt man eben doch mal ein Wegwerfprodukt. Es gibt hier kein “ganz oder garnicht”. Aber eines ist ganz klar: JEDER Schritt zählt. Und sei er noch so klein. Manchmal baut auch ein Schritt auf einem anderen auf. Auf einen müllärmeren Haushalt umzustellen ist ein langer Prozess, das passiert nicht von heute auf morgen. Fühlt euch daher nicht schlecht, wenn ihr (noch) nicht alles umsetzen könnt. Das ist ok! Gebt euch Zeit und geht kontinuierlich einen Schritt nach dem anderen.

13 Zero Waste Baby Tipps

Hier sind unsere Ideen für ein müllarmes Leben mit Baby:

Hygiene:

  1. Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln! Der Schritt, der definitiv den größten Müllberg spart. Wusstet ihr, dass Wegwerfwindeln ca. 10% unseres Restmülls ausmachen? Ist das nicht unfassbar viel, dafür, dass es ein einziges Produkt ist und wir nicht mal 10% unseres Lebens Windeln tragen? Noch dazu sind Wegwerfwindeln wahnsinnig teuer. Man gibt um die 1500€ für die gesamte Wickelzeit aus (Windelmanufaktur: Kannst du mit Stoffwindeln Geld sparen?). Ein einfaches Starterset Stoffwindeln bekommt ihr schon für ca. 200€, klar kann man da aber auch mehr ausgeben. Manche Leute verfallen aufgrund der vielen hübschen Designs auch in einen kleinen Kaufrausch 🙂 . Aber auf 1500€ kommt ihr niemals! Danach könnt ihr die Stoffwindeln entweder wieder weiterverkaufen oder für das nächste Kind nochmal benutzen.
    Außerdem ist es bei Stoffwindeln möglich, ausschließlich natürliche Materialien wie Baumwolle, Hanf und Wolle zu benutzen, so dass keine Kunstfasern oder Chemikalien an die zarte Haut eures Babys kommen. Windeldermatitis ist damit auch wesentlich seltener. Unser Baby hatte tatsächlich nie einen roten Po!
    Wen die viele Wäsche abschreckt, für den gibt es in vielen Städten einen Windelservice, der das Waschen übernimmt. In München und Berlin z.B. ist das die Windelei.
  2. Statt Einwegwickelunterlagen könnt ihr ein Handtuch oder Molton unterlegen. Falls ihr gerne etwas wasserdichtes unterlegen möchtet, gibt es waschbare Betteinlagen, die dafür auch benutzt werden können.
  3. Statt Feuchttüchern, benutzt lieber Waschlappen. Diese gibt es zu kaufen, oder wer nähen kann, kann einfach ein altes Handtuch oder Flanellhemd zerschneiden. Diese macht ihr dann einfach nass, das reicht in der Regel. Falls ihr etwas mehr Reinigungswirkung und Pflege möchtet, könnt ihr euch aus heißem Wasser, Seifenflocken und Mandelöl eine Emulsion herstellen und über die Tücher gießen.
    Zum Hände abputzen etc. wenn ihr unterwegs seid, reicht es, einen Waschlappen und eine Wasserflasche einzustecken. Feuchttücher sind absolut verzichtbar, finde ich!
  4. Euer Baby braucht weder Badezusätze noch Cremes und Lotionen. Zum Baden reicht es, ein wenig Muttermilch ins Badewasser zu geben. Wenn sie später anfangen, sich auf dem Spielplatz schmutzig zu machen, kann man ein Stück Seife benutzen, z.B. die “Dreckspatz”- Seife von Savion oder einfach Olivenölseife. Anschließend reicht Mandelöl zum Einreiben. Falls ihr doch etwas kaufen möchtet, checkt vorher mal mit der App “Codecheck” , was da alles drin ist. Ich würde grundsätzlich versuchen, nur Naturkosmetikprodukte für mein Baby zu benutzen.
  5. Oft sieht man Mini-Desinfektionsmittel in kleinen Plastikflaschen am Kinderwagen hängen. Braucht wirklich kein Mensch. Zu viel desinfizieren schadet mehr als es nutzt. Das kindliche Immunsystem darf Keime ruhig mal kennen lernen! Wenn es aber unbedingt sein muss, gibt es auch hier Naturkosmetikprodukte.

Ernährung:

  1. Stilleinlagen: Auch hier gibt es waschbare Alternativen aus Bambus oder Wolle/Seide. Ich verstehe Einmalstilleinlagen nicht. Muttermilch ist doch nicht so eklig, dass man sie wegschmeißen muss? Außerdem trinkt doch euer Baby dort! Wollt ihr da wirklich Plastik und Superabsorber haben?
  2. Muttermilchbeutel: Ein Produkt, das nie in Frage gestellt wird. Dabei sind auch die absolut unnötig. Muttermilch kann auch in abgekochten Gläsern eingefroren werden. Wichtig ist hierbei, nach oben ein bisschen Platz zu lassen, da sich Flüssigkeit ausdehnt wenn sie friert. Bitte auch nur langsam auftauen, nicht direkt aus dem Gefrierschrank ins heiße Wasserbad stellen. Wenn das berücksichtigt wird, gibt es hier gar keine Probleme!
  3. Fläschchen gibt es aus Glas oder Edelstahl. Die aus Edelstahl sind verhältnismäßig teuer, können aber dann später noch in die Kita mitgegeben werden und wachsen so ein paar Jahre mit. Außerdem sind sie quasi unkaputtbar und können gut für mehrere Kinder benutzt werden. Die Investition lohnt sich also. Kann man sich auch gut schenken lassen. 😉
  4. Statt Gläschen zu kaufen, gibt es zwei Alternativen: Die erste ist Brei selbst kochen. Wenn ihr große Mengen kocht und in Gläsern einfriert, spart ihr euch viel Arbeit. Die zweite ist das sogenannte Baby Led Weaning (BLW) und bedeutet nichts anderes, als dem Baby bei der Beikosteinführung im wahrsten Sinne des Wortes freie Hand gelassen wird. Damit habt ihr fast gar keine zusätzliche Arbeit, denn das Kind isst von Anfang an am Familientisch mit und wird auch kaum gefüttert. Hierbei wird das Essen dem Kind einfach in einer geeigneten Form (greifbar und mit dem Gaumen zerdrückbar) angeboten und das Kind bedient sich selbst. Wir haben diesen Weg gewählt und würden es immer wieder so machen. Unser Kind hat noch nie ein Gläschen bekommen.
  5. Quetschies. Sie gelten heute als unverzichtbar, dabei sind wir auch alle ohne groß geworden. Quetschies sind ein riesen Müllproblem und sind im Vergleich zu einem selbst gemachten Smoothie wahnsinnig teuer. Außerdem sind sie schlecht für die Zähne und trainieren anders als “normales” Essen die Mundmotorik nicht. Diese ist wiederum sehr wichtig für das Sprechenlernen. Falls euer Kind jedoch UNBEDINGT Quetschies haben möchte (ich habe gehört es gibt solche Kinder…), gibt es wiederbefüllbare Varianten in jedem Drogeriemarkt.

Sonstige Produkte:

  1. Baby- bzw. Kindersachen lassen sich super Second Hand kaufen. Fast alles, was wir für unser Kind anschaffen mussten, haben wir günstig auf Kleinanzeigen oder Mamikreisel bekommen. Dort konnten wir sie dann auch mit wenig Verlust wieder weiter verkaufen. Wir wollten keine Fast Fashion unterstützen und außerdem wachsen Babys sehr schnell aus ihrer Kleidung raus, so sind die Sachen oft wie neu. Es gibt zwar mittlerweile auch viele faire Labels oder Kleinunternehmen, aber meiner Meinung nach ist ein Produkt, das bereits existiert immer das nachhaltigste.
  2. Auch größere Anschaffungen wie Möbel oder z.B. unseren Fahrradanhänger konnten wir günstig auf Kleinanzeigen finden.
  3. Spielzeug lässt sich gut auf Flohmärkten finden. Man kann auch gerne mal ein bisschen kreativ werden und Dinge zu Spielzeug umfunktionieren. Kleine Kuchenbackförmchen oder Töpfchen können Plastik-Sandspielzeug ersetzen. Gummis von Weck-Gläsern sind bei uns ein sehr beliebtes Spielzeug. Doch mal anfallende Plastikflaschen können z.B. mit Linsen oder Haselnüssen gefüllt werden und landen wenigstens nicht gleich im Müll. Babys spielen sowieso am liebsten mit Alltagsgegenständen und somit gilt bei Spielzeug: Weniger ist mehr!

Hast du noch weitere Ideen?

Ich hoffe ich konnte euch ein paar Zero Waste Baby Anregungen mitgeben. Habt ihr schon ein paar umgesetzt oder noch weitere Ideen?

Weiterlesen auf Auf die Hand:

Hier findest du alle Beiträge meiner #plasticfreejuly Aktion 2019.

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