Zero waste fail: Burger to go auf Styropor

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Da läuft man den ganzen Arbeitstag mit seiner Metallbox rum und lässt die dann aber aus reiner Faulheit daheim stehen, um abends die kleine Tasche nehmen zu können. Der Abendplan ändert sich spontan und es gibt an einem Stand Burger ohne „to stay“-Option. Und schwuppdiwupps hat man Styropor auf der Hand, anstatt zum Deckel der eigenen Dose zu greifen.

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Ja mei… Dafür hab ich den ganzen Tag sonst keinen Restmüll und sondern nur Kompost produziert. Und ich tröste mich damit, dass die Jungs am Grill die to go Boxen wenigstens halbiert haben, anstatt sie verschließbar zu lassen.

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Wäsche waschen mit Efeu

Du suchst nach einem ökologischen und günstigen Waschmittel,  das leicht zu bekommen ist?

Verwende Efeu!

Wie bitte?

Ja, richtig gelesen. Efeu gibt es gratis an jeder zweiten Hauswand und es wächst sehr schnell. Pflücke 20 bis 30 Blätter an und gib sie in einem Wäschesäckchen oder einer verknoteten Socke mit in die Trommel. Anstatt kannst du die Blätter über Nacht auch in etwa 300ml Wasser legen und dann das Efeu-Wasser ohne Blätter als Flüssigwaschmittel verwenden.

Wie wird die Wäsche mit Efeu sauber?

In Efeu sind Saponine. Die wirken wie Seife, das Prinzip ist das gleiche: Die Saponine verringern die Oberflächenspannung des Wassers, sodass dieses in die Fasern der Kleidung eindringen und den Schmutz lösen kann.

Die gewaschene Wäsche riecht nach nichts, sodass das Efeu-Waschmittel auch für sensible Haut, für Kinder und Allergiker geeignet ist. Falls die saubere Wäsche duften soll, kannst du ein paar Tropfen ätherische Öle ins Waschmittelfach geben. Achte dabei darauf, dass du das Öl verträgst und dass es für die Natur unbedenklich ist.

Falls ein fieser Fettfleck auf einem Kleidungsstück ist, kannst du den mit einer festen Seife kurz vorbehandeln. Einfach kurz nass machen, die Seife drauf reiben, eventuell mit einer kleinen Bürste kurz einarbeiten und das Kleidungsstück in die Waschtrommel geben.

Saponine sind auch in Kastanien enthalten, mit denen du deine Wäsche ebenfalls gratis und ökologisch waschen kannst. Wie das geht kannst du hier nachlesen.

Auer Dult in München

Die erste Auer Dult des Jahres ist eröffnet!

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Auf dem Münchner Mariahilfplatz findet noch bis Sonntag, den 7. Mai 2017, das traditionelle Volksfest mit Markttreiben statt. Hier findet sich neben einer Vielzahl an Geschirr, kleinen Buden, Fahrgeschäften für die Kleinen, viel Nützliches unverpackt und vor allem gibt’s einige plastikfreie und nachhaltige Alternativen zu den gängigen Gegenständen.

Ein Zeichen gegen „fast fashion“ #whomademyclothes

Weltweit setzen User mit dem Hashtag #whomademyclothes während der Fashion Revolution Week vom 24. bis zum 30. April in dem sozialen Medien ein Zeichen gegen fast fashion.

Eines der wenigen neu gekauften Teile in meinem Schrank: ein weißes Shirt von Enna (enna-naturmode.com)

Besonders die weltweite Selfie-Kampagne trägt diesen hashtag, in der Menschen ihre Kleidung auf links tragen und das Label zeigen.
Die Aktion fordert mehr Transparenz entlang der globalen Lieferketten mit dem Ziel die Arbeitsbedingungen der Menschen zu verbessern, die die Kleidungsstücke produzieren.

Welche schrecklichen Auswirkungen der globale Klamottenkonsum haben kann, wurde den Käufern durch die Berichterstattung über den Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza bei Bangladesch am 24. April 2013 gezeigt, bei dem 1134 Menschen starben. In Erinnerung an dieses Ereignis ist der 24. April fashion revolution day und somit der Start für die fashion revolution week, während der auf die schlechten Arbeitsbedingungen und die Missstände in der Mode- und Textilindustrie aufmerksam gemacht wird.

Katastrophale Arbeitsbedingungen

Neben den furchtbaren Arbeitsbedingungen in Bangladesch, Pakistan, Sri Lanka, Indien, China und vielen weiteren Ländern, ist dort auch der bauliche Zustand der Fabriken katastrophal. In den maroden und baufälligen Gebäuden arbeiten die Menschen für einen Hungerlohn, leben teilweise an ihrem Arbeitsplatz auf engstem Raum, sind hoher Chemie-Belastung durch die Textilien ausgesetzt, atmen ständig die feinen Fasern ein und es kommt nicht selten zu Einstürzen und Bränden.

Gewaltige Umweltschäden

Größtenteils stammt Kleidung aus Asien und bei der Produktion fehlt der Umweltschutz. Die Umweltschäden sind enorm: Seen, Flüsse und das Meer sind mit Giftstoffen der Textilfabriken verschmutzt. In Böden und Pflanzen reichern sich die Chemikalien an. Dadurch gelangen die Gifte selbstverständlich in das Trinkwasser und in die Nahrungskette.

Puls erklärt in diesem Video die Probleme durch fast fashion:
https://www.facebook.com/plugins/video.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FPULS%2Fvideos%2F10154516586110686%2F&show_text=0&width=400

Was kann ich tun und wie shoppe ich nachhaltig?

Mein Selfie rettet nicht die Welt, schon klar.

Doch ich kann mit meinem Konsumverhalten einen Einfluss auf die Bedingungen haben, besser gesagt: Wir können das.

Zunächst stellt sich die Frage, ob ich tatsächlich alle paar Monate, Wochen, Tage ein neues Outfit brauche. Das ständige Shoppen gehen und alle drei Monate neue fast fashion Kollektionen gehen Hand in Hand. Vor allem unnütz sind die cheepen und mangelhaften Kleidungsstücke, die ohnehin nur wenige Male tragen und waschen aushalten.

Wie in allen Bereichen stellen sich folgende Fragen:

  • Brauche ich das wirklich?
  • Brauche ich es jetzt?
  • Kann ich eine ökologische Version finden?
  • Tut es auch ein Second Hand Stück?

Flohmärkte und Apps wie Kleiderkreisel bieten eine enorme Auswahl an individuellen Einzelteilen aber vor allem auch ganz normale neuwertige Produkte. Klar bleibt es auch second hand das selbe Produkt, doch wird es nur einmal hergestellt, etikettiert, verpackt und transportiert. Außerdem ist es deutlich günstiger und mit dem „In der Nähe“-Filter der Apps, kann das Produkt direkt abgeholt werden.

Beim Selbermachen kann beim Kauf des Stoffs und der Wolle auch auf Qualität geachtet werden und bei der Anschaffung wirklich neuer Sachen, da gibt es immer mehr Unternehmen, die transparent, möglichst lokal und fair arbeiten.

Zu guter Letzt: Auf Kleidung gibt man Acht, Löcher werden geflickt, Knöpfe wieder angenäht, Schuhe repariert der Schuster, Kleidung umändern kann der Schneider.

Das hat wirklich Style!

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„Jeder kann etwas bewirken!“ – Gastbeitrag meiner Leserin Felicia

Anfang April schrieb Felicia mir auf Instagram und hatte einige Fragen zu Zero Waste.
Nach ein paar Wochen war ich neugierig und hab nachgefragt, wie es mit ihrem Umstieg zu Zero Waste läuft. Und siehe da: Sie erlebt, wie alle Zero Waste Beginner, Höhen („gutes Gefühl jede Plastiktüte erfolgreich ebzuwenden“) und Tiefen (Salat im Café am Tisch in einer Styroporverpackung vorgesetzt bekommen). Davon lässt sie sich aber nicht unterkriegen, sondern denkt um, findet neue Wege und ist sehr motiviert.

Darum hat sie mir auch folgenden Gastbeitrag für Auf die Hand geschickt.

Vielen Dank, liebe Felicia! Und weiter so!

 

Gastbeitrag von Felicia

Ich heiße Felicia und kenne Aline aus dem Gymnasium, wir waren gemeinsam in der SMV (Schülermitverantwortung) tätig. Sie hat einige Jahre vor mir Abitur gemacht und als sie die Schule verließ, blieben die Facebook-Freundschaft und das Instagram-Abonnement.

 

Vor kurzem lag ich erkältet auf dem Sofa und zappte durch meine Amazon Prime Bibliothek. Ich sah mir Dokumentationen über die Probleme unserer Zeit an: Zu viel Plastik, das im Meer schwimmt. Zu viel grausame Massentierhaltung. Zu viel Waldabholzung, die damit einhergeht. Zu viele Menschen, die Hunger leiden, gleichzeitig zu viel Essen, das weggeworfen wird. Zu viele Abgase in der Luft…

Mir blieb vor allem eins im Kopf: Zu viel.

Also fragte ich mich, wo ich kürzer treten und etwas reduzieren könnte. Angefangen habe ich dann beim Fleischkonsum und beim Müll. Ich wurde Vegetarierin und erinnerte ich mich an Alines Posts und ihren Blog zum Thema Zero Waste. Ich las ihn aufmerksam durch und radelte zum Münchner Ohne Laden.

Dann war es um mich geschehen. Ich liebe es nun nach verpackungsfreier Ware Ausschau zu halten und mich vor dem Einkaufen mit verschiedenen Behältern, Boxen und Taschen vorzubereiten. Habe ich verpackungsfrei eingekauft – damit meine ich vor allem plastikfrei – stellt sich bei mir ein Erfolgserlebnis ein. Natürlich klappt es nicht immer, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister.

Und noch etwas Erstaunliches habe ich entdeckt: Wie gut die einfachsten, altbekannten  Dinge sind. Beispielsweise hatte ich im Badezimmer immer Duschgel, Rasierschaum, Reinigungsmilch und flüssige Handseife parat. Alle Produkte konnte ich durch ein unverpacktes Stück milde Seife ersetzen. Die riecht dazu auch noch wunderbar nach Lavendel und ist meiner Meinung nach auch sanfter zur Haut. Schon hatte ich vier Plastikverpackungen, Platz im Schrank und ordentlich Geld gespart. So einfach geht’s!

Ich kann nur jedem empfehlen sich einmal mit Zero Waste zu befassen. Ihr bekommt so die Gelegenheit eine junge, hippe und nachhaltige Gemeinschaft kennenzulernen, in der jeder Willkommen ist. Denn jeder kann etwas bewirken!

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Felicia’s Zero Waste Sachen

Was ich bisher an Zero-Waste-Sachen habe (von oben links):

  • Großer Einkaufskorb mit langen Henkeln (gekauft in Granada, Spanien), darin Jutetaschen und ein Beutel (eigentlich Wäschenetz) für Brot oder Gemüse
  • Das Buch von Bea Johnson
  • Vorratsgefäße in vier verschiedenen Größen, hier mit Reis, Quinoa, Früchtetee, Pinienkernen
  • leichte Trinkflasche
  • Thermobecher für „coffee to go“
  • selbstgemachtes Trockenshampoo (Maisstärke + Kakao für dunkles Haar)
  • Deocreme vom Ohne Laden (funktioniert wunderbar!)
  • Milch, Joghurt und die leckerste Marmelade der Welt (erhältlich samstags auf dem Markt vor der Pinakothek der Moderne in München) alles im Glas (Pfand drauf!)
  • milde Lavendelseife
  • Bambusbürsten für Haar und Zähne
  • Essigessenz (zum Putzen)
  • Stoffservietten

Radieschenblätterpesto

Vielen Dank für den Tipp, Wilde Freude aus München!

Habe meine ausprobierten Mengenangaben notiert und bin mit folgendem Verhältnis sehr zufrieden.

Die Zubereitung geht fix. Einfach folgende Zutaten kurz – je nach gewünschter Konsistenz – mit dem Mixer vermengen:
◾1 Bund gewaschene Radieschenblätter

◾4 El Olivenöl

◾20 g geröstete Sonnenblumenkerne

◾50 g geriebener Parmesan

◾2 El Zitronensaft

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Das Glas hält sich ein paar Tage.

Falls du einen Vorrat anlegen willst, kannst du das Pesto portionsweise einfrieren.

Wie Radieschen länger knackig bleiben, kannst du hier nachlesen.

Zahnputztabletten 

Eine Zero-Waste-Alternative für Zahnpasta ist schnell in den Alltag integriert. Es handelt sich eh um ein Produkt, das dauernd nachgekauft werden muss und sobald die nächste Tube leer ist, ist der Umstieg auf eine nachhaltige Alternative ohne Verpackung auch schon geschehen.

Eine Zahnpasta Alternative gibt es selbstgemacht: Kokosöl und Natron als Basis, Zusätze nach Bedarf und Geschmack, z.B. Minzöl und/oder Kurkuma.

Das schmeckt aber nicht jedem, vor allem weil es durch das Natron salzig schmecken kann.

Als ich vergangenen Sommer im Urlaub geschmolzene und ausgelaufe Zahnpasta im Rucksack hatte, damals Kokosöl, Natron und Kurkuma, war nicht nur alles schön fettig, es war auch als gelb eingefärbt…

Also musste was Praktischeres her.

Im OHNE verkaufen sie Zahnputztabletten mit Minzgeschmack. Schmeckt wie gängige Zahnpasta aus der Plastiktube, ist aber in trockener Tablettenform. Lush verkauft sowas auch. Die habe ich aber noch nie probiert und man bekommt sie dort auch nicht lose.

Zum Zähneputzen wird eine (oder nur eine halbe) Tablette in den Mund genommen, zerbissen und dann mit einer angefeuchteten Zahnbürste (aus Bambus natürlich) ganz normal geputzt, ausgespuckt und ausgespült.

Ich bewahre die Zahnputztabletten in einem Schraubglas auf und auf Reisen fülle ich sie mir in ein kleines ab.

Kostfastnix Öko-Abflussreiniger

[wpvideo 7Ozsv3UY]Einen Esslöffel Natron oder Backpulver in das Abflussrohr rieseln lassen und langsam eine Tasse einfachen Essig (oder verdünnte Essigessenz) drauf gießen.
Es zischt und blubbert!

Wenn es nicht mehr zischt mit Wasser nachspülen und entstandene Dreckränder vom Schaum wegputzen.

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