Kunststoff-Müll von einem Jahr 

Mein Kunststoff-Müll von einem Jahr: ziemlich genau das Volumen von 8 Rollen Klopapier. Wurde gefragt, wie viel der Sack wiegt: 328 g.

Seit meinem Umzug vor einem Jahr habe ich Kunststoffe gesammelt um zu sehen wie viel in der Zeit anfällt.

Auch wollte ich wissen, was genau ich tatsächlich an recyclebaren Kunststoffen noch produziere und kann mir durch das Visualisieren jetzt überlegen ob und wie ich das auch noch vermeiden kann.
Der Großteil dieses Beutelinhalts sind Verpackungen von Lebensmitteln.

Darunter Plastikschälchen und Folien von Gemüse. Da ich mein Gemüse unverpackt am Markt, seltener im gängigen Supermarkt, kaufe, fallen diese Verpackungen in meinem Alltag eigentlich nicht an. Vielmehr bringen Freunde sie mit, die zum gemeinsamen Kochen zu mir kommen. Und lieber habe ich die Verpackung im Haus als keine Freunde 🙂 . Viele wissen jetzt aber was Zero Waste ist, versuchen selber auch Plastik einzusparen und bemühen sich vor allem, so mein Eindruck, wenn sie für das gemeinsame Kochen einkaufen. Es geht sogar so weit, dass die Meisten ein schlechtes Gewissen haben und ihren Müll dann wieder mitnehmen wollen. Muss natürlich nicht sein 🙂

Andere Lebensmittelfolien, die ich selber gekauft habe, sind ein paar Beutel von Büffel-Mozzarella, mein Laster, für das ich in meinem Viertel noch keine nachhaltige Alternative gefunden habe. Meine Mama findet bei sich im Supermarkt Mozzarella in größeren Mengen in einem Plastikschälchen mit Deckel. Das ist zwar immernoch Plastik, dafür aber mehr Inhalt bei einer im Haushalt verwendbaren Plastikbox. Lasse mich gelegentlich von von Mama „beliefern“ und bringe ihr die Dosen wieder. Dafür muss ich zwar ein wenig voraus planen, doch überkommt mich selten ein unausweichlicher und akuter Heißhunger auf Mozzarella.

Viel auf einmal kam dann im Dezember dazu: der Nikolaus hatte dieses Zero Waste Ding nicht so ganz in Erinnerung und ein Regen aus Toffifee, Plätzchen-Beutel und Schokolade ergoss sich in meiner plastikfreien Welt. Aber hey, einmal im Jahr geht das schon… Und der Osterhase ist informiert, auf dem Wunschzettel steht Saatgut für meinen Balkon 🙂

Die übrigen Folien sind von Lieferungen. Ein Beutel von happy socks zum Beispiel, denn Socken kaufe ich nicht second hand. Da ich allerdings hauptsächlich second hand kaufe, kann ich den Verkäufer auf Kleiderkreisel und ebayKleinanzeigen um einen plastikfreien Versand bitten und das geht fast immer. Außerdem versuche ich bei beiden Apps lokal zu kaufen und hole die Ware dann beim Verkäufer ab.

Unvermeidbar in diesem einen Jahr war lediglich die Luftpolsterfolie und die Verpackung, die bei der Lieferung eines neuen Durchlauferhitzers im Karton war. Der Boiler war in einer Folie, in einem Karton, umwickelt von Folie, drumrum Luftpolsterfolie, daneben Packpapier zum Auffüllen und alles in einem großen Karton. Ernsthaft? Der Versand hätte auch anders passieren können. Ich habe dem Verkäufer eine Mail geschrieben und mein Bedauern darüber ausgedrückt. Habe eine sehr freundliche Antwort erhalten, die mir die bisherigen Verpackungsabläufe erklärt hat und sagte, dass sie sich um mehr Nachhaltigkeit im Versand bemühen werden, auch aus Kostengründen.

Alles hat locker in einen kleinen Mülleimer gepasst. Luft wäre noch drin gewesen, da das Jahr in der neuen Wohnung aber rum ist, war es an der Zeit Bilanz zu ziehen. Selbstverständlich benutze ich keinen frischen Müllbeutel um jetzt zum kleinen Wertstoff zu gehen. Sondern: eine Tüte, die vom Kauf von Recycling-Klopapier übrig ist. Auch hier kenne ich allerdings inzwischen eine Alternative: der OHNE in der Schellingstraße verkauft Rollen ohne Verpackung.

Mal sehen wie die Bilanz in einem Jahr aussieht. Jetzt wird der Eimer erstmal ausgewaschen und wird hoffentlich noch einige Zeit leer unter der Spüle stehen.

6 Gedanken zu “Kunststoff-Müll von einem Jahr 

  1. lesswasteweb schreibt:

    Das ist ziemlich beeindruckend! Als 4-köpfige Familie produzieren wir so viel Plastikmüll ungefähr pro Monat. Da ist noch Potential…
    Wie ist das denn bei Dir mit dem zeitlichen Aufwand? Musst du viel Zeit dafür investieren? Oder hält sich das in Grenzen?
    Viele Grüße
    Helge

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    • aufdiehand schreibt:

      Zu viert ist das doch schonmal richtig wenig! Da ist bei andren Familien noch viel viel mehr einzusparen. 😊
      Zeitlichen Aufwand hab ich keinen zusätzlich. In Gegenteil, ich geh nicht in reizüvberflutende Supermärkte mir zu viel Auswahl. Ich kaufe in München im Ohne (dem unverpackt-Laden) und am Bauernmarkt ein. Für den Bauernmarkt muss ich mir zwar Zeit nehmen aber dad ist immer so schön und nett den letzten dort zu ratschen, dass ixh dad nicht als Aufwand empfinde, sondern als normales, stressfreies Einkaufen. Ich spare mir auch den Müll aufwendig zu trennen und vor allem ihm wegzubringen. Ich mach das immer erst wenn die jetzige Tonne voll ist, also einmal im Jahr oder 1,5 Jahre.
      Manches, dass ich nicht unverpackt so bekomme, wie ich es haben will, mache ich selber. Aber auch das ist nicht besonders zeitaufwendig. Butter zum Beispiel. Das dauert etwa zehn Minuten sich Butter zu schütteln und diese Minuten für mich, meine Butter und meine Oberarme nehme ich mir gern. 😉
      Das hält sich absolut in Grenzen. 😃
      Jeder kann ja soviel machen, wie der Alltag und die Ressourcen zulassen. Würde ich beispielsweise Butter am Markt unverpackt bekommen, würde ich die kaufen.
      Jeder also wie er kann und Spaß dran hat. 😊
      Liebe Grüße,
      Aline

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      • lesswasteweb schreibt:

        Hey Alina, danke für Deine ausführliche Antwort.
        Wir haben ein wenig das Problem, dass der Hamburger Unverpackt-Laden auf der anderen Seite der Elbe ist. In der Nähe gibt es bei uns keinen. Ein neuer Edeka-Markt wird bald eröffnet, aber auf Unverpackt-Vorschläge per Mail haben die leider gar nicht reagiert. Immerhin haben wir einen gut bestückten Markt 3-mal die Woche. Schwierig ist es, Reis, Milchreis, Sonnenblumenkerne u.ä. unverpackt zu bekommen. Selbst im Bio-Laden ist das in Plastik verpackt.
        Ansonsten empfinde ich das mit dem Aufwand ähnlich wie Du. Würde mich interessieren, was du von meinen Gedanken dazu hältst:
        https://lesswasteweb.wordpress.com/2017/08/21/100-zero-waste-und-die-8020-regel/
        https://lesswasteweb.wordpress.com/2017/07/02/aufwand-fuer-die-rettung-der-welt/
        Viele Grüße vom Norden in den Süden
        Helge

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      • aufdiehand schreibt:

        Haha! Ich bin genauso faul und hab gar keine Lust auf Wertstoffhof!
        Noch bevor ich den Begriff ‚Zero Waste‘ überhaupt kannte, hab ich ab 2011 angefangen Plastik bereits im Einkauf zu reduzieren. Damals hab ich in der Nähe meiner Wohnung nur einen ‚kleinen Werststoffhof‘ gehabt, wo nur Papier, Dosen und Glas entsorgt werden konnte. Um für das Plastik dann zum großen zu fahren, wo Styropor, Folien, Joghurtbecher, Shampooflaschen und alles weitere außerdem getrennt in verschiedene riesengroße Plastiksäcke geworfen werden muss, hätte ich außerdem ein Auto benötigt. Aus Faulheit hab ich angefangen möglichst kein Plastik mehr zu kaufen, sondern Verpackungen, die ich in Fußnähe auf dem morgendlichen Weg zum Bus entsorgen kann. 😊

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