Zu Gast bei doschauher.tv



Am Donnerstag war ich zu Gast in der live Sendung von doschauher.tv!

 



Das online TV-Projekt ist ein Fach an der Technischen Hochschule Deggendorf und wird im dortigen Medienatelier aufgenommen.

Fotos: Katharina Aigner

 

Zwei Dozenten betreuen die Redaktionsgruppe und die Technikgruppe konzeptionell, redaktionell, wissenschaftlich und technisch. Durch dieses Konzept von doschauher.tv bekommen die Medientechnik-Studenten einen praktischen Eindruck und können ihr Wissen aus allen Teilbereichen ihres Studiums anwenden.

 

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Foto: Katharina Aigner

Der Titel war Wasted und inhaltlich drehte sich unser Gespräch um Müll, Verpackungen und Müllvermeidung.

 

Foto: Katharina Aigner

Die Sendung wurde vor Publikum aufgenommen und live ausgestrahlt.

Foto: Katharina Aigner


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Dieser Münchner verbannt den Wegwerfbecher

Diesen Sommer habe ich ich mich mit angehenden Journalistinnen getroffen, die an der katholischen Journalistenschule ausgebildet werden. Im Rahmen der Aus- und Weiterbildungskurse werden auch Videos gedreht und drei junge Journalistinnen haben sich dem Thema Einweg-Becher gewidmet.
Wir waren bei DELI STAR in München, denn der Betreiber Andreas Berndl hat den Wegwerf-Einwegbecher aus seinem Sortiment verbannt.

[Unbezahlte und unbeauftragte Werbung//Markennennung]

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Kushel – das europäische Handtuch mit Holz

Dieser Beitrag basiert auf einem PR-Sample, das ich von Kushel erhalten habe.

Viele große Bäume umgeben uns in Bayern. Alte Wälder, schon seit Jahrhunderten spenden sie Nahrung, Schutz und Heimat. Sie ermöglichen Biodiversität, bilden nachwachsende Rohstoffe, schirmen ab vor Wind, bewahren uns vor Erdrutschen und bieten Tier und Mensch oft eine Lebensgrundlage. Seit unserer Kindheit sind uns die Märchen bekannt, in denen sich Kinder und Prinzessinnen im Wald verirren, ausgesetzt werden und von Wölfen oder Zwergen gefunden werden. Und vor allem: Wir setzen noch heute einen Fuß in den Wald und erleben den Luxus diese Geschichten mit etwas Fantasie nachvollziehen zu können. Der dunkle, mystische Wald. Die lichtdurchfluteten Lichtungen.

Umso erstaunlicher ist es, dass trotz aller lokaler Verbundenheit mit unseren Bäumen die emotionale oft nicht vorhanden ist, geschweige denn die ökologische Haltung. Derzeit entflammt in München die Diskussion die alten Bäume an der Eisbachwelle zu fällen. Aktives Baumsterben, und wofür? Nur damit die sechs Spuren der Straße auch während einer Baustelle erhalten bleiben. Autos über Bäume? Umweltverschmutzende Mobilität inmitten der Stadt geht über die Pflanzen, die nicht nur das Münchner Stadtbild prägen, sondern dabei auch noch für frische Luft sorgen? Zu dumm, dass sie nur für frische Luft sorgen. Würden Bäume WLAN spenden, würde sie wohl keiner fällen wollen.

Der beste Zeitpunkt einen Baum zu pflanzen war vor 20 Jahren. Der zweitbeste ist jetzt.

„Better late than never“, schreibt Kushel auf seiner Homepage. Kushel ist ein Hamburger Heimtextilienunternehmen, dass zum Ziel hat, die erste CO2-positive Firma seiner Art zu werden. Wie sie das anstellen wollen? Für jedes verkaufte Handtuch pflanzen sie innerhalb der folgenden sechs Monate nach dem Kauf zwei Bäume, je nach Saison. Diese werden mit Kushels derzeitigen Partnern bald in Afrika (Partner: Trees fort he future), Mexiko (Partner: Plant for the planet) und Deutschland (Partner: Klimapaten Pflanzaktion) wurzeln. Kushel möchte damit dem Klimawandel entgegenwirken, die Umwelt wiederherstellen und eine grünere Zukunft für künftige Generationen mitgestalten. Finanziell soll sich dieser Aufwand über Social Media und die Website decken.

Dass besonders die Textilbranche meist mit sehr umweltschädlichen Methoden arbeitet, ist kein Geheimnis. Diese Branche ist stark von der Globalisierung der Märkte geprägt, sodass alle Produktionsstufen auf der ganzen Welt hohe Umweltbelastung und -verschmutzung verursachen. Besonders belastend ist für die Umwelt der Anbau und Produktion der Rohfasern und die Textilveredelung (Färben, Bleichen, Imprägnieren und ähnliches). Zudem wird ein hoher Energieaufwand betrieben, um alle Produktionsstufen durchzuführen und um das Textil nach jedem Arbeitsschritt zum nächsten Verarbeitungsort zu schiffen. Kushel stellt sich dieses Problemen und will beweisen, dass es möglich ist als nachhaltiges Unternehmen umweltverträgliche Textilien herzustellen.

Die Rohstoffe der Kushel Handtücher stammen aus nachhaltigem Anbau:
Die Bio-Baumwolle der Handtücher wird in der türkischen Ägäis kultiviert. Nicht nur ist sie GMO-frei, ohne den Einsatz chemischer Pestizide oder künstlichem Dünger, außerdem wächst sie mithilfe einer wassersparenden Bewässerungstechnik.
Tencel, die in Österreich aus Holz produzierten Fasern, stammen aus wiederaufgeforsteten Wäldern aus Europa. Das Holz ist zertifiziert und kontrolliert nach FSC und/oder PEFC Standarts. Die Herstellung des Handtuchs erfolgt in Portugal und ist REACH-kompatibel. Die Farbstoffe sind vegan und das Abwasser wird an Ort und Stelle geklärt.

Das daraus entstehende Handtuch ist besonders weich, sehr saugstark und ungefährlich im Kontakt mit der Haut.

Soweit der Plan.

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Um nun mit dem Projekt durchstarten zu können, ist das kleine Hamburger Startup Kushel nun seit Sonntag auf Kickstarter. Falls auch du Teil der Textilrevolution sein möchtest, kannst du mit deiner Vorbestellung von Handtüchern oder Baumspenden auf Kickstarter das Projekt unterstützen.

Hier geht es zur Kickstarter Seite.

 

 

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Vielen Dank, liebes Team von Kushel, dass ihr mir zum Testen eure Handtücher geschenkt habt! Besonders habe ich mich gefreut, dass der Versand dieser ultra weichen Schmuckstücke plastikfrei war!

 

 

 

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Menstruationstasse reinigen

Während der Periode nehme ich meine Menstruationstasse morgens unter der Dusche raus, leere ihn aus, reinige sie erst mit kaltem und dann mit warmen Wasser und führe sie wieder ein.

Vor dem Schlafen gehen nehme ich den Cup auf der Toilette raus, reinige ihn am Waschbecken mit kaltem, dann mit warmen Wasser und führe ihn wieder ein.

Wenn die Tage schwächer werden, lasse ich ihn nachts weg und führe ihn erst am Morgen darauf in der Dusche wieder ein.

Am Ende der Woche desinfiziere ich meine Menstruationstasse. Hierfür koche ich Wasser mit einem Schuss Apfelessig in einem kleinen Topf auf und gebe die Tasse dazu. Fünf Minuten lasse ich das Wasser nun blubbern. Achte darauf, dass der Cup den Boden des Topfes nicht berührt und dass nicht zu viel Wasser verdampft, da der Cup in beiden Fällen sonst schmelzen könnte. Anschließend lässt du den Cup abkühlen und reinigst falls nötig die kleinen Löcher oben und unten mit einer hierfür reservierten Zahnbürste.

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Nach einiger Zeit kann sich eine Menstruationstasse trotz regelmäßiger Reinigung und monatlichem desinfizieren verfärben.

Das ist normal! Nicht eklig, nicht gefährlich und ändert nichts an der Nutzbarkeit deiner Tasse. Reinigen kannst du die Tasse aber natürlich trotzdem.

Die Verfärbungen werde ich los, nachdem ich meinen Cup wie oben beschrieben mit Wasser und Essig ausgekocht habe: Noch lauwarm streue ich etwas Salz in den Cup und schrubbe vorsichtig mit der Cup-Zahnbürste. Die Verfärbungen lösen sich dadurch. Anschließend den Cup mit Wasser reinigen und trocknen lassen.

Frisch gewaschen gebe ich den Cup zur Lagerung in das Baumwollsäckchen. So kann der Cup „atmen“ und bleibt bakterienfrei.

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Gurken einlegen

Zutaten:

  • 1 oder 2 Gurken, je nach Größe
  • Zwiebel
  • Knoblauchzehe
  • ein paar Zentimeter Meerrettich
  • 500 ml Apfelessig
  • 2 El Salz
  • 2 El Zucker
  • Lorbeerblätter
  • Dill
  • Senfkörner
  • Pfefferkörner
  • wiederverwendete Gläser
Anleitung:
Gurken waschen und in dünne Scheiben oder in Sticks schneiden.
Zwiebel in Ringe schneiden.
Knoblauchzehe und geschälten Meerrettich in Scheiben schneiden.
Essigsud vorbereiten: Essig mit Salz und Zucker aufkochen.
Gläser und Deckel mit kochendem Wasser abkochen.
Gläser mit Lorbeerblatt, Meerrettich, Knoblauch, Pfefferkörner, Dill und Senfkörner bestücken, mit Gurken befüllen und mit dem heißen Essig auffüllen.
Mit dem Deckel verschließen und abkühlen lassen.
Beschriften und zwei Wochen im Dunklen ziehen lassen.
Gurken sind nun ein Jahr (länger hab ich es noch nicht ausprobiert) haltbar.
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Gastbeitrag über den Hambacher Forst

Der folgende Gastbeitrag ist von meinem Kumpel Raphael Knipping. Vergangenes Jahr war er im Hambacher Forst, um zu fotografieren. Die beeindruckenden Fotos, die dort entstanden sind, haben ihm dazu verholfen am Studiengang „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ in Hannover angenommen zu werden. Er hatte mir damals vor der Aufnahmeprüfung seine Fotos gezeigt und als ich ihn kürzlich gefragt habe, ob er Lust hätte einige auf meinem Blog zu zeigen und einen Beitrag dazu zu schreiben, war er sofort dabei!

Raphael Knipping:

Die Räumung im Hambacher Forst ist seit zwei Wochen im Gange. Im Mai 2017 bin ich selbst in den Wald bei Köln gefahren und fotografierte dort für die Aufnahmeprüfung meines jetzigen Studiums „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“. Das Thema lautete: „Zukunft“

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Nichts ist so bedrohend für die Zukunft der Menschheit wie der Klimawandel. Und nirgends wird der Konflikt zwischen Klimaschutz und dem Festhalten an fossilen Energieträgern so offen ausgetragen wie bei der Besetzung des Hambacher Forsts im Rheinischen Braunkohle Revier. Nirgendwo sonst prallen so unterschiedliche Konzepte von politischer und gesellschaftlicher Zukunft aufeinander wie beim Protest der Klimaaktivisten gegen die RWE AG. Doch was passiert dort eigentlich und geht es wirklich nur um die Rettung eines Stück Walds?

 

200 Hektar sind von den ehemals 4100 Hektar Wald noch übrig, denn die Braunkohle, die die Rheinbraun AG bzw. die RWE AG seit 1978 aus dem gigantischen Loch neben dem Wald aus der Erde baggert, liegt auch unter dem etwa 12.000 Jahre alten Wald. Diese Braunkohle – der fossile Energieträger mit dem größten Ausstoß an CO2 pro Kilowattstunde – wird in Deutschland vor allem zur Stromerzeugung genutzt. Und da die Kohle meist im Tagebau, das heißt in einem Loch unter freiem Himmel abgebaut wird, sind die Eingriffe in die Natur oft schwerwiegend. Allein der Flächenverbrauch für Tagebau in Deutschland beträgt etwa 2300km² und entspricht damit nahezu der Fläche des Saarlandes. Mehr als 300 Siedlungen und ca. 100.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen und wurden umgesiedelt. Allein in der Umgebung des Tagebau Hambach musste als Folge des Braunkohleabbaus die Autobahn A4 und die Hambachbahn, über die der Transport der Braunkohle zu den Kraftwerken geschieht um rund drei Kilometer nach Süden verlegt werden. Während die Ortschaften Lich-Steinstraß, Etzweiler, Tanneck und Gesolei bereits umgesiedelt wurden, ist die Umsiedlung der Orte Morschenich und Manheim noch im Gange.

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Wegen Umsiedelung verlassenes Haus in Morschenich.

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Überreste der alten Autobahn A4.

Außerdem muss in und um das Loch eines Tagebaus ständig das Grundwasser abgepumpt werden, da das Loch sonst voll laufen würde. In einem Ring um den Tagebau stehen dutzende Pumpen, die den Grundwasserspiegel absenken. Dadurch werden Ökosysteme anfälliger für Trockenheit, tiefwurzelnde Bäume können das Grundwasser nicht mehr erreichen und es kann in einem großen Umkreis zu Bergbauschäden durch Bodenabsenkungen kommen.

Die Braunkohle, die im Tagebau Hambach unter anderem mit dem größten Landfahrzeug der Welt, dem Bagger 288, gefördert wird, wird mit einer eigenen Grubenbahn, der Hambachbahn in die umliegenden Kraftwerke Niederaußem, Neurath, Frimmersorf und Goldenberg bei Hürth-Knapsack transportiert.

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Die Gleise der Hambachbahn. Auf dem linken Gleis kommen die leeren Güterzüge vom Kraftwerk, auf dem Rechten wird die Kohle dorthin transportiert.

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Bereits gerodeter Wald direkt an der Abbruchkante. Im Hintergrund sind die Kühltürme der Kohlekraftwerke zu sehen.

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Von RWE errichteter Wall zwischen bereits gerodetem und noch bestehenden Wald.

Allein das Kraftwerk Neurath verursacht mit einem Austoß von 30 Mio. Tonnen COpro Jahr die zweithöchsten Treibhausgasemissionen aller europäischen Kraftwerke. Niederaußem ist mit einen CO2-Austoß von 27 Mio. Tonnen auf dem dritten Platz in Europa. Etwa 13 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands entweichen den Kraftwerken im Rheinischen Revier.

Im Jahr 2012 besetzen erstmals Aktivisten der Anti-Kohlekraft Bewegung den Hambacher Forst. Sie protestieren dabei gegen die Abholzung und für den Kohleausstieg. Über die Jahre intensiviert sich der Protest und die Klimaaktivisten bauen Baumhäuser, Barrikaden und das „Wiesen-Camp“. Auf einer Wiese neben dem Wald stehen mehrere Wohnwägen, Lehm- und Holzhütten und dienen als private Rückzugsräume. Außerdem gibt es einen Versammlungsraum, eine große Küche, ein Museum, eine Bibliothek und ein Badehaus. Um die Rodung und vorherige Räumung des Waldes so schwierig wie möglich zu machen, errichten die Besetzer bis heute über 60 Baumhäuser von denen die meisten das ganze Jahr über bewohnt sind. Einige Häuser wurden dafür mit Fenstern, kleinen Küchen, Toiletten, Solarstrom und WLAN ausgestattet. Für den Winter gibt es Öfen und Wärmedämmung. Alle Baumhäuser sind mit Traversen verbunden und können so auch ohne Bodenkontakt besucht werden.

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Das Wiesen-Camp.

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Baumhaus mit zwei Stockwerken in etwa 18 Meter Höhe.

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Oberes Stockwerk mit Schlafkoje, Aufenthaltsbereich, Ofen, Steckdosen und WLAN.

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Unteres Stockwerk mit Küche des Baumhauses.

Dabei geht es den Aktivisten um viel mehr als den Kohleausstieg und die Rettung des Waldes. Der „Hambi“ ist zum Experiment einer alternativen Gesellschaft und einem Symbol des Antikapitalismus geworden. So schreiben die Aktivisten auf ihrer Webseite:

„Jede*r Mensch hier spricht nur für sich selbst. Wir sind kein Verein oder eine Organisation, sondern ein Zusammenschluss von freien Menschen.

Für uns ist klar, dass Umweltzerstörung und Herrschaft zusammenhängt. Nur in einem System, in dem einige die Macht haben, die negativen Folgen ihres Handelns auf andere abzuwälzen und den Profit für sich zu behalten, ist es für den Menschen sinnvoll, die Erde auszubeuten – weil sie*er so nicht unter den Konsequenzen leiden muss. Hätten die Menschen, die aus ihren Dörfern vertrieben wurden oder die Menschen im globalen Süden, deren Heimat durch den Klimawandel überflutet oder unbewohnbar werden, ihre Zustimmung zum Braunkohleabbau geben müssen, so wäre er nie passiert. Nur weil einige ihre Profitinteressen mit Gewalt durchsetzen können, ist diese Zerstörung möglich.

Deswegen ist für uns klar, dass der Kampf um Klimagerechtigkeit gleichzeitig ein Kampf um eine herrschaftsfreie Welt jenseits von kapitalistischen Zwängen ist.

Deswegen soll auch unserer Kampf herrschaftsfrei sein. Wir haben keine Bosse und Anführer und versuchen Hierarchie so weit es geht abzubauen. Wir wollen, dass der Ort, den wir uns erkämpft haben und den wir beschützen wollen, auch Raum bietet für die Emanzipation jedes*r einzelnen.“

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Eine der zahlreichen Barrikaden, die RWE daran hindern sollen mit Fahrzeugen durch den Wald zu fahren.

Heute, Ende September 2018. Fast alle Baumhäuser wurden mit einem der größten Polizeieinsätze Nordrhein-Westfalens geräumt. Dabei rechnet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schon jetzt mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe. Über 2000 Polizisten sind am Einsatz beteiligt. Dabei kostet laut GdP alleine eine Hundertschaft mit rund 130 Polizisten pro Tag rund 100 000 Euro. Legitimiert durch „fehlenden Brandschutz der Baumhäuser“ müssen die Besetzer den Wald verlassen und das gesamte Gebiet rund um den Wald wurde als „gefährlicher Ort“ deklariert. So kann die Polizei anlasslose Personen- und Taschenkontrollen durchführen. Durch die Polizei eingerichtete Gefahrenbereiche bei Räumungen der Baumhäuser hindern außerdem die Presse an der Berichterstattung. Nach eigenen Angaben war der Journalist Steffen Meyn deshalb gezwungen die Rodungen von einem Baumhaus aus zu dokumentieren und stürzte am 19. September 2018 tragischerweise ab und erlag den schweren Verletzungen. Nach kaum fünf Tagen gingen schon die Räumungsarbeiten weiter. In den kommenden Tagen wird vermutlich auch das letzte Baumhaus geräumt sein und die Aktivisten werden den Wald verlassen müssen. Ob das konfliktfrei geschieht ist unklar und ob sich RWE an die Zusage hält, erst ab 15. Oktober zu roden auch.

Weitere Infos zum Thema unter:

https://www.bund-nrw.de/themen/mensch-umwelt/braunkohle/hintergruende-und-publikationen/braunkohlenkraftwerke/

 

Autor und Fotograf: Raphael Knipping

Update Oktober 2018: Am Freitag, 5. Oktober, hat das Oberverwaltungsgericht in Münster „[…] entschieden, dass der Energiekonzern RWE vorerst keine weiteren Bäume in dem alten Wald fällen darf. Nach dieser Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster verzögert sich die Rodung des Hambacher Forstes bei Köln um mindestens ein Jahr.“ (SZ, Gericht kippt Demonstrations-Verbot am Hambacher Forst – Rodung ausgesetzt, 5.10.18)

 

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Ein Leben ohne Abfall – geht denn das? KLIMADULT

KLIMAHERBST veranstaltet am 14. Oktober 2018 von 11 bis 18 Uhr in der Alten Kongresshalle in München die Klimadult.

Mit der Münchner Volkshochschule bin ich auch wieder dabei!

Hier der Ankündigungstext der MVHS:
Kastanien zum Waschen und Olivenöl zum Abschminken? Exotisch, öko-fanatisch oder ganz einfach nur gut? Natürlich gehören großes Umweltbewusstsein und Ideenreichtum dazu, seinen Alltag so unkonventionell zu gestalten, dass möglichst wenig Müll anfällt. Aline Pronnet versucht dies seit mehr als einem Jahr und stellt ihre Erfahrungen nicht nur auf ihrem Blog aufdiehand.blog vor, sondern auch am Infostand der MVHS.

Nicht nur bin ich den ganzen Tag vor Ort um Fragen zu Zero Waste zu beantworten. Außerdem werden wir zu jeder vollen Stunde aus natürlichen Zutaten Lipbalm für den Herbst und zu jeder halben Bienenwachstücher machen. Wir zeigen euch, wie ihr mit Kastanien Wäsche waschen könnt und ihr dürft euch für weiße Wäsche ein DIY-Waschpulver mischen.

Falls ihr leere Lipbam-Döschen und Schraubgläser habt, bringt die zum Wiederverwenden gern mit!

Im Rahmen der Klimaherbst-Dult 2018.

Der Eintritt ist frei. Keine Anmeldung erforderlich.

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Wochenende-Magazin der Oberhessischen Presse Marburg: Mit Wodka gegen den Müllberg

Diesen Sommer habe ich mich mit der lieben Anna im OHNE getroffen und wir haben über Zero Waste geredet.
Anna ist Volontärin bei der Oberhessischen Presse Marburg und hat dort einen Artikel veröffentlichen dürfen, in den Teile unseres Gesprächs eingeflossen sind.

Den Artikel gibt es hier zum Nachlesen:

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Wochenende-Magazin der Oberhessischen Presse Marburg: Mit Wodka gegen den Müllberg

Vielen Dank für den Artikel!

 

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Pflanzentauschbörse von Green City e.V.

Neustes Mitglied meiner Pflanzenfamilie ❤
🌴
Letztens war in München das Streetlife Festival, Deutschlands größtes Nachhaltigkeitsfestival auf 1,5 km Länge. Auf der sonst vielbefahrenen, mehrspurigen Straße wird von Green City im urbanen Raum kreativ veranstaltet.

Green City e.V. hatte dort eine Pflanzentauschbörse und ich habe über instagram davon erfahren.

Im Tauch gegen einen meiner Pflanzenstecklinge habe ich von der lieben Katja von Green City ihre Palme bekommen. 😍

Die Pflanze hing etwas schief im Topf und hat neue Erde gebraucht. Ich habe ihr also einen großen Topf (auf dem Gehsteig mal gefunden) und viel gedüngte Erde verpasst. Und um die Palme gerade zu stützen, hab ich kleine Stäbchen in die Erde gesteckt.

😍Tauschen statt kaufen😍

[Da ich Homepages verlinkt habe, gilt dieser Beitrag wahrscheinlich als Werbung. Es handelt sich hierbei nicht in eine bezahlte Kooperation, sondern lediglich um eine freiwillige Info über dieses tolle Festival und den Veranstalter meinerseits.]

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RIOOTS against fast fashion

„Steck mal ne Hand in die Bauchtasche.“ Klick! „Kannst du mal den Zopf zur Seite tun, bitte? Sonst sieht man unser Logo nicht.“ Klick! „Zieh als nächstes doch das weiße Shirt an, davon haben wir mehrere.“ Klick! Klick

Wer das Haus von Felix‘ Eltern in einem Wohngebiet in Eichenau, einem Münchner Vorort, betritt, der findet nicht immer beschauliche Wohnzimmerathmosphäse vor. Heute sind die Möbel zur Seite gerückt, Papas Leiter aus dem Keller steht als Kamera-Stativersatz mitten im Raum und die Bilderrahmen wurden für einen neutralen Bildhintergrund von der Wand genommen. Durch den Raum stacksen halbnackte hippe junge Menschen über volle Wäschekörbe und Klamottenstapel und bedienen sich an der Kleiderstange. Sie streifen sich Tanktops, Shirt und Hoodies in allen Farben über und treten nacheinander vor die Leiter – pardon, das Kamerastativ – und lassen sich abknipsen.

Zuerst von vorne und dann die Rückenansicht, denn alle Details sollen später im Online-Shop von der Marke RIOOTS auf den Fotos zu erkennen sein.

RIOOTS, das sind Elle und Felix. Ein junges Paar, das den Mut hat kreativ gegen die Fast Fashion Industrie zu rebellieren. Giftige Chemikalien, Kinderarbeit, miserable Löhne, einstürzende Produktionsgebäude – diese Zustände charakterisieren die Fast Fashion Industrie. Doch haben Elle und Felix durch das Wissen über diese Fakten nicht nur ihr eigenes Konsumverhalten hinterfragt und umgewälzt, sie organisieren einen Aufstand! Gegen die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, gegen das Gift in der Natur, gegen die Gleichgültigkeit und das Wegsehen. Gegen diese mächtige Modeindustrie stellen sich die jungen Unternehmensgründer mit ihrer meinungsstarken Marke RIOOTS. Das zeigt sich zuallererst im Namen: Er leitet sich ab von den englischen Wörtern riot (Aufstand) und roots (Wurzeln).

RIOOTS schafft Neues und verwendet dabei ausschließlich Textilien aus zweiter Hand. Darauf wird per Siebdruck eines der Motive von RIOOTS von Hand aufgetragen. Ausrangierte Stücke bekommen sie aus dem Freundeskreis, Second Hand Stores, Flohmärkte und Kleiderkreisel. Die Textilien werden gewaschen, nach Größe, Art, Farbe und nach Zustand sortiert. Kleine Löcher werden per Hand repariert und was nicht zu retten ist, wird für Probedrucke verwertet. Was bei anderen Marken daraufhin ausgedient hat und als Müll entsorgt wird, hat bei RIOOTS einen zweiten Zweck, denn auf die Stoffreste drucken die Unternehmensgründer ihren Schriftzug und die Größen, die sie später innen und außen im Nacken auf ihre Produkte nähen.

Elle (22), Hotelfachfrau und Int. Development Studies-Studentin.

Felix (22), Physikstudent an der LMU und Fachberater im örtlichen Bioladen

Elle und Felix machen bei RIOOTS alles selbst, vom Praktikanten bis zur Geschäftsführerin. Beide sind Freunde von Nachhaltigkeit, Natur und dem Boardsport und leben sich zu diesen Themen auf ihren Kleidungsstücken kreativ aus. Ihre Motiv sind alle unisex. Neben ihren Schriftzügen, einer in Handschrift-Optik und einer in strenger Typografie, haben sie bisher ein Dreadhead-Profil mit Blume im Mund und ein anatomisch gezeichnetes Herz aus dem Blüten rauswachsen.

Um die per Hand überarbeiteten Unikate für den neuen Online-Shop abzulichten, haben Elle und Felix einige Freunde zu einem Shooting eingeladen. Der Style ihrer Freunde ist bunt gemischt, eher dynamisch und sportlich. So ist auch ihre Zielgruppe. Hauptsächlich kaufen Freunde bei ihnen ein, Bekannte vom Boarden und Umweltaktivisten, die online auf RIOOTS aufmerksam werden.

Gina Merkl gehört ebenfalls zum Freundes- und Kundenkreis.

Online Bestellungen führen bei gängigen Shops oft zu viel Verpackungsmüll. Nicht so bei RIOOTS: Sie verwenden immer gebrauchte Kartons wieder, die sie zum Beispiel von Kleiderspenden oder Bestellungen auf Kleiderkreisel haben. Und beim Versand verzichten sie auf Plastik. „Es kommen zu fast jeder Bestellung allerdings Sticker, auch von anderen Marken aus der Region, aus der Skate- und Snowboardszene oder gegen Kapitalismus oder so dazu, die eventuell Plastik enthalten können.“, sagen sie. „Die Sticker, die wir selbst designen bestehen aber nur aus Papier.“ Um Verpackung, Versandkosten und Ressourcen zu sparen, holen sich einige Kunden die Unikate auch bei Felix oder Elle persönlich ab und können dadurch auch die Kleidung anprobieren.
So entwickelt sich das Shooting im Wohnzimmer von Felix‘ Eltern auch noch zu einem kleinen Basar. Kleidung, die eigentlich für den Shop fotografiert werden soll, gefällt manchen Models auf Anhieb so gut, dass sie sie behalten wollen und anfangen um Mengenrabatt zu feilschen.

Beim Boarden für Elle nicht mehr wegzudenken: Die eigene Bekleidungsmarke zum Warmhalten!

Den Unternehmensgründern ist bewusst, das faire Mode teuer ist und für manche zu teuer. Ihre Preise wollen sie möglichst niedrig halten, was auch mithilfe von Kleider-, Farb- und Stoffspenden möglich ist, vor allem aber einer von vielen positiven Aspekten gebrauchter Kleidung. „Günstige Secondhand Mode statt überteuerter Neuware – so bleibt dann vielleicht auch der ein oder andere Euro für Einkäufe bei Fairtrade Labels, wenn es dann doch einmal etwas Neues sein soll.“, hoffen die beiden. Sie regen mit ihren upcycleten Textilien zum Nachdenken an über die irrsinnigen Mengen bereits vorhandener Kleidung der Fast Fashion Industrie und über die bekannten Bedingugen unter denen sie hergestellt werden. Die Idee von RIOOTS wurzelt hier und der Aufstand von Elle und Felix hat durch Gründung ihrer eigenen Marke begonnen!

Du findest RIOOTS hier:

Homepage und online Shop

Instagram

Facebook

Props an meinen Bruder, der im Sommerurlaub dieses Foto von mir mit meinem RIOOTS Pulli gemacht hat! <3

Dieser Beitrag kam zustande, da die beiden auf mich zugekommen sind und gefragt haben, ob ich auf meinem Blog nicht Werbung für ihr Unternehmen machen könnte. Das mache ich sehr gerne, denn die beiden haben was richtig tolles gegründet! Die Werbung ist unbezahlt und auch meinen Pulli habe ich mir beim Shooting im Frühjahr selbst gekauft.

Weiterlesen auf Auf die Hand: